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Aktuelles | Luft, Marlene | 25.05.2021

Gemeinde Ilsfeld erhält European Energy Award in Gold

Anstrengungen für den Klimaschutz ausgezeichnet – Nahwärme ist Leuchtturmprojekt

 

Die Gemeinde Ilsfeld ist für ihr Engagement für den Klimaschutz mit dem European Energy Award „Gold“ ausgezeichnet worden. Nur acht Kommunen in Baden-Württemberg haben die Auszeichnung dieser Stufe erhalten. „Über ein Drittel der Städte, Gemeinden und Landkreise, die deutschlandweit am European Energy Award teilnehmen, stammen aus Baden-Württemberg. Dieser Spitzenplatz zeigt das große Engagement der Kommunen im Land, CO2-Emissionen zu reduzieren, erneuerbare Energien auszubauen oder Gebäude effizient zu sanieren“, sagte Landesumweltministerin Thekla Walker bei der Preisverleihung in Ulm.  „Die Auszeichnung mache die Leistungen der Kommunen für mehr Klimaschutz im Land sichtbar. Insgesamt 26 Kommunen erhielten dieses Jahr den European Energy Award.

 

European Energy Awar Preisverleihung

 

Quelle Bild: Umweltministerium BW / Martin Stollberg (v.l.n.r.:  Frau Heute-Bluhm (Präsidentin des europäischen Trägervereins Association European Energy Award AISBL), Herr Reiner Vogel (Stellvertretender Bürgermeister Gemeinde Ilsfeld), Frau Thekla Walker (Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.))

 

„Wir in Ilsfeld sind sehr stolz darauf, die erste Gold-zertifizierte Kommune im Landkreis Heilbronn zu sein“, sagt Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler.  Er würdigt „die vielen hundert Stunden an Engagement“ von Gemeindemitarbeitern und Privatpersonen sowie die Unterstützung des Gemeinderats, der die Projekte mit breiter Brust unterstütze. „Das schwierigste bei dem Thema Nachhaltigkeit ist, daran zu denken, das richtige zu tun. In vielen Fällen ist es nicht teurer, es ist einfach nur ein anderer Weg“, sagt Thomas Knödler.

 

Das Leuchtturmprojekt der Gemeinde ist das fast 40 Kilometer lange Nahwärmenetz, das rund 300 private und kommunale Gebäude versorgt. Eine Erweiterung auf 420 Einheiten ist für das Jahr 2021 vorgesehen. Jährlich erzeugen die Biogasanlage Beilstein, die Heizzentrale im Schulzentrum und die Wärmepumpen-Heizzentrale in der Kläranlage Schozachtal rund zehn Millionen Kilowattstunden Wärme. Diese Maßnahme hat nach Einschätzung der Landesenergieagentur KEA-BW insofern Modellcharakter, als die Abwasserwärmenutzung zwar technisch ausgereift, in der Praxis jedoch wenig verbreitet ist. Aktuell laufen die Planungen für einen saisonalen Wärmespeicher mit zirka 350000 Kubikmetern Volumen – eine Dimension, die sonst  nur aus Dänemark bekannt sei. Die Gemeinde treibt aber auch andere Nachhaltigkeits-Projekte voran. Sie stellt unter anderem die Straßenbeleuchtung auf LED-Technik um, richtet Beschaffungsrichtlinien neu aus, beteiligt sich an der Ludwigsburger Energieagentur, sensibilisiert junge Menschen bereits im Kindergartenalter, beteiligt sich an Projekten wie „Natur nah dran“.

 

Der European Energy Award (eea) ist ein europäisches Qualitätsmanagement-System und Zertifizierungsverfahren, das eine umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Ziel hat. Die Klimaschutzaktivitäten der Kommunen werden hierbei systematisch erfasst und bewertet. Anschließend werden Maßnahmen passend für die jeweilige Kommune geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft, um so Potenziale für mehr Klimaschutz zu identifizieren und zu nutzen.

 

In Baden-Württemberg engagieren sich 129 Städte und Gemeinden, 24 Landkreise sowie ein Gemeindeverwaltungsverband beim European Energy Award. Deutschlandweit sind es aktuell 317 teilnehmende Kommunen. Das Umweltministerium bezuschusst die Teilnahme am European Energy Award mit 10.000 Euro.

 

Weitere Informationen zum European Energy Award:

Ilsfeld - eea European Energy Award

https://www.kea-bw.de/eea