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Aktuelles | Luft, Marlene | 23.10.2020 – 22.11.2020

Hinweis der LEA: Klimaschonend und kostensparend heizen ohne Komfortverluste

Die Energieagentur erklärt, wie Wohnräume in der kalten Jahreszeit gemütlich warm bleiben

 

Nach einem warmen Sommer muss man sich jetzt wieder an das Heizen gewöhnen. Wer das Thermostat voll aufdreht und falsch lüftet, riskiert hohe Nebenkosten. Das lässt sich einfach vermeiden. Am wichtigsten ist es, das Thermostat nicht über Stellung 3 aufzudrehen und regelmäßig quer zu lüften. Darauf weist „Zukunft Altbau“ und die Energieagentur Kreis Ludwigsburg (LEA) hin. „Wer sich an diese einfachen Tipps hält, kann die Heizkosten um bis zu 20 Prozent reduzieren. Das hilft auch dem Klima“, erklärt Kurt Schüle, Energieberater der LEA. Besonders Kipplüften sowie einen Wärmestau an den Heizkörpern durch zu nah platzierte Möbel soll vermieden werden. Das Thermostat auf 4 oder 5 zu drehen, um es schneller warm zu haben, ist ein Irrglaube. Zu Beginn der kalten Jahreszeit lohnt es sich zudem, die Heizkörper zu entlüften. Solch einfache Verhaltensänderungen sparen je nach Größe und energetischem Standard der Wohnung zwischen 100 und 250 Euro pro Jahr. Was viele nicht wissen: Der tatsächliche Wärmeverbrauch liegt meist deutlich über dem eigentlichen Wärmebedarf. Das führt zu unnötig hohen Heizkosten. Steigt die Raumtemperatur nur um ein Grad Celsius, erhöhen sich die Heizkosten bereits um sechs Prozent. Umgekehrt ist auch das Einsparpotenzial je Grad weniger Raumtemperatur entsprechend hoch.

 

Richtig Lüften ist ein Muss

Eine Maßnahme, um kostensparend zu Heizen, ist richtiges Lüften: Hier wird viel falsch gemacht. Man soll unbedingt vermeiden, die Fenster im Winter zum Lüften zu kippen. Der Grund: Der Luftaustausch geschieht sehr langsam, in dieser Zeit kühlt das Mauerwerk rund um die Fenster aus. Je länger das Fenster gekippt bleibt, desto mehr Wärme geht verloren. Verzichten Bewohner dagegen ganz auf regelmäßiges Lüften, bleibt zwar die Wärme in den Räumen, jedoch auch die sauerstoffarme und feuchte Luft. „Das begünstigt die Bildung von Schimmel“, warnen Experten von Zukunft Altbau und der Energieagentur. Man sollte deshalb mehrmals am Tag stoßlüften. Am besten eignet sich Querlüften für den schnellen Luftaustausch: Alle Fenster werden hierfür zwei bis vier Mal täglich über eine Dauer von wenigen Minuten weit geöffnet. Das sorgt für frische Luft, ohne die Räume zu sehr auszukühlen. Besonders wichtig ist es, nach dem Kochen oder Duschen zu lüften, um die feuchte Luft nach draußen zu bringen.

 

Die optimale Raumtemperatur

Auf die richtige Raumtemperatur zu achten, ist ein weiterer Energiespartipp. Für häufig genutzte Wohnräume beträgt die optimale Innentemperatur 19 bis 20 Grad Celsius. Dazu muss das Thermostat im Winter auf Stufe drei gedreht werden. Auf die Stufen 4 und 5 soll verzichtet werden, denn dadurch geht die Raumtemperatur auf 24 bis 28 Grad Celsius hoch – das ist viel zu warm. „Räume im Winter auf unnötig hohe Temperaturen aufzuheizen, die wir im Sommer vermeiden wollen, ist nicht sinnvoll, kostet unnötig Geld und schadet dem Klima“, sagt Kurt Schüle. „Dass höhere Thermostatstufen einen Raum schneller erwärmen, ist zudem ein Irrglaube.“ Mit den Stufen 3, 4 und 5 des Thermostats wird die Wohlfühltemperatur von 20 Grad Celsius innerhalb der gleichen Zeit erreicht. Die Stufen 4 und 5 heizen jedoch über die optimale Innentemperatur hinaus weiter, bis hochsommerliche Temperaturen erreicht sind.

 

Nicht durchgehend genutzte Räume wie Schlafzimmer, Bad und Küche haben ihre optimale Temperatur bereits bei 16 bis 18 Grad Celsius erreicht. Das entspricht Thermostatstufe 2. Sind die Bewohner nicht zu Hause, reicht eine Temperatur von 15 bis 16 Grad bei Thermostatstufe 1 bis 2. Das gilt auch in der Nacht. Zusätzliche Kosten spart zudem, wer die Heizung eine Stunde vor dem Schlafengehen herunterdreht.

 

Hierzu eignet sich besonders gut die Zeitschaltuhr des Heizungsreglers: Dort kann man für die Nachtstunden eine niedrigere Raumtemperatur einstellen. Auch tagsüber, wenn niemand zuhause ist, empfiehlt sich eine niedrigere Temperatureinstellung. Alternativ gibt es digitale Regler, die teilweise per Smartphone angesteuert werden können.

 

Wärme richtig verteilen und im Raum halten

Regelmäßiges Entlüften der Heizkörper sorgt für eine ausreichende Aufheizung. Mit einem Heizungsschlüssel ist das Entlüften auch für Laien kein Problem. Damit sich die Heizwärme optimal im Raum verteilt, gilt es zudem, einen Wärmestau zu vermeiden. Dazu sollten Möbelstücke nie direkt vor den Heizkörpern stehen. Außerdem sollten Fenster nachts möglichst außen durch Rollläden oder Jalousien verdeckt werden. Das vermindert Wärmeverluste. Türen geschlossen zu halten, hilft auch, Heizkosten zu senken. Das gilt vor allem beim Übergang von warmen zu kühleren Wohnräumen.

Bewohner von Gebäuden mit guter Wärmedämmung der Fassade, des Dachs und der Kellerdecke profitieren übrigens besonders. Denn in gut gedämmten Wohnungen reicht eine geringere Raumtemperatur für ein behagliches Wohngefühl: Bei einer gut gedämmten und daher auf der Innenseite wärmeren Wand, reicht eine etwas niedrigere Raumtemperatur. Auch die Kleidung der Bewohner hat Auswirkungen: die richtige Kleidung kann die Wohlfühltemperatur um ein bis zwei Grad Celsius pro Raum senken. Dicke Socken und kuschelige Pullis sind der Jahreszeit gemäß und sorgen für den richtigen Wohlfühl-Effekt in den kalten Monaten.

 

 

Die Experten der Energieagentur Kreis Ludwigsburg bieten für Fragen zum Heizen und Lüften, und Energieeinsparungen neutrale und kostenlose Beratungstermine an. Diese telefonische Erstberatung ist für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ilsfeld kostenlos. Termine können bei der LEA unter der Tel.-Nr. 07141 / 688 93-0 vereinbart werden.

 

Weiterführende Informationen gibt es auf www.lea-lb.de. Die Beratungen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.