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Aktuelles | Kloiber, Miriam | 11.05.2020

Natur nah dran Webinar

Online-Schulung zur Flächenpflege für Mitarbeitende der Kommunen auch in Zeiten der Corona-Pandemie
Erste Blüten auf den neu angelegten Projektflächen: Am 22. April 2020 trafen sich die 6 Kommunen, die 2019 am NABU-Projekt „Natur nah dran“ teilgenommen hatten, zum Online-Seminar. Gemeinsam begutachteten sie die Wildpflanzen-Blühflächen, die sie im Herbst 2019 in Ilsfeld angelegt hatten. Der NABU-Landesverband hat kurzerhand ein sogenanntes „Webinar“ auf die Beine gestellt, um die Mitarbeitenden der Städte und Gemeinden trotz der derzeitigen Kontaktbeschränkungen weiter bei der Pflege der Fläche zu unterstützen. Im Mittelpunkt stand ein Video mit einem Rundgang mit Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt auf den Flächen in Ilsfeld. Er zeigte, welche Jungpflanzen der im Vorjahr eingebrachten Arten bereits auf den gemeinsam angelegten Beispielflächen in Ilsfeld zu sehen sind. Und vor allem, wie die Jungpflanzen der Arten zu erkennen sind, die die Fläche schnell überwuchern würden und deren Samen noch im Boden geschlummert hatten. Anhand von eingesandtem Bildmaterial aus den Kommunen konnte Reinhard Witt außerdem individuelle Tipps zur weiteren Pflege der Flächen geben.
Auf diesen aktuellen Fotos sind bereits die ersten Blüten zu sehen, auf denen Hummeln und andere Insekten den dringend benötigten Pollen finden. Naturgartenplaner Witt wies darauf hin, dass viele weitere Flächen, die heute vielleicht noch etwas unspektakulär aussehen, bald bunt blühen werden. NABU-Projektleiter Martin Klatt ergänzt: „Die im Projekt angelegten Wildblumenflächen brauchen anfangs etwas Geduld und Pflege, um sich zu entwickeln. Das gilt vor allem für Standorte mit mageren, nährstoffarmen Böden. Hier dauert es etwas länger, bis die Pflanzen sich in voller Pracht zeigen. Auf lange Sicht werden dies aber besonders artenreiche Flächen, die Mauerbienen, Bläulingen oder Distelfinken für viele Jahre Nahrung und Unterschlupf bieten.“
Ilsfelds Bauhofleiter Cornelis Izelaar freut sich, diese Entwicklung aufmerksam zu begleiten: „Die Flächen haben sich gut entwickelt, seit wir im letzten Herbst gemeinsam mit den Mitarbeitenden weiterer Projektkommunen Wildblumen-Zwiebeln gesetzt und -samen gesät haben. Solche naturnahen Oasen sind lebendig und werden sich immer wieder verändern. Diesen Wandel mitzugestalten macht meinen Kolleginnen und Kollegen und mir viel Spaß. Wir hoffen, dass unsere Bürgerinnen und Bürgerinnen sich davon inspirieren lassen und in ihrem eigenen Garten auch Wildblumen und -stauden pflanzen.“
„Webinar“: Neuland für NABU und Kommunen
Die Teilnehmenden erhielten bei der Veranstaltung viele Anregungen und Tipps, wie die Wildblumenwiesen und Wildstaudenflächen dauerhaft gepflegt werden und wie mit eventuellen anfänglichen Schwierigkeiten umgegangen werden kann. Das Format des „Webinars“ war für alle Beteiligten eine ungewohnte Erfahrung, beschreibt Martin Klatt: „Wir haben gemeinsam Neuland betreten und dabei viel gelernt. Uns war es wichtig, die Kommunen in diesen schwierigen Zeiten nicht alleine zu lassen. Hoffentlich können wir im Juni dann die Flächen in Ilsfeld wieder gemeinsam begehen.“
Am Webinar nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe der für 2019 für „Natur nah dran“ ausgewählten Kommunen aus den Regierungsbezirken Karlsruhe und Stuttgart teil. Das sind: Eberdingen, Edingen-Neckarhausen, Ilsfeld, Kornwestheim, Schwäbisch Hall, Wiesloch.
Hintergrund:
Das NABU-Projekt „Natur nah dran“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.Auch im Nachrichtenblatt wurde schon mehrfach über das Projekt berichtet.
Weitere Informationen:www.naturnahdran.de

Ein Filmteam sowie ein Mitarbeiter der Stadt Ilsfeld begleitete Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt für das Video zum „Webinar“ beim Jäten unerwünschter Pflanzen in Ilsfeld. Natürlich mit ausreichend Sicherheitsabstand. Foto: NABU/M. Klatt