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Aktuelles | Kloiber, Miriam | 01.10.2019

Natur nah dran - Workshop

Schotterflächen werden bepflanzt

 

Die Mitarbeiter des Ilsfelder Bauhofs hatten alles perfekt vorbereitet: die Flächen für die Umgestaltung von grüner Wüste zu Oase für biologische Vielfalt und Insektenweide in Ilsfeld festgelegt und entsprechend bearbeitet (Stichwort Schotter), das Nebenzimmer in der Gemeindehalle für rund 30 Bauhofmitarbeiterinnen und –mitarbeiter aus etlichen Teilnehmerkommunen gerichtet und ein Programm für den gemeinsamen, lehrreichen Tag aufgestellt.
Am Anfang stand die Theorie: Zunächst erläuterte Martin Klatt, der NABU-Projektleiter von „Natur nah dran“ die Notwendigkeiten für derartige Umgestaltungsmaßnahmen. Bei der gegenwärtigen Krise der Natur und dem extremen Artensterben müssten alle gegensteuern, auch die Gemeinden, so der Experte. Das Ziel sei es, Flächen nachhaltig zu bewirtschaften und dies vorrangig mit heimischen Wildpflanzen. Die Flächen in Ilsfeld habe man als „Trittsteine“ geplant zwischen verschiedenen, bereits existierenden Biotopgebieten, um Insekten und vielen anderen Lebewesen genügend Lebensraum zur Verfügung zu stellen.

Auf die Nachfrage, was denn die Art der Umgestaltung in Ilsfeld von den zahlreichen Blühwiesen auf Verkehrsinseln oder Fahrbahnrändern, wie man sie in vielen Gemeinden gegenwärtig sehen kann, unterscheidet, meint der Experte: „Meistens sind diese Wiesen Mogelpackungen mit einjährigen, vielfach nicht heimischen Arten.“ Dies habe einen erhöhten Pflegeaufwand zur Folge, denn es müsse jedes Jahr neu eingesät werden und biete zudem wenig Mehrwert und Nahrung für heimische Insekten, die mit den fremden Blühpflanzen oft nichts anfangen könnten.

Der „Guru“ unter den Experten für heimische Wildpflanzen, Dr. Reinhard Witt, ging im Anschluss für die Bauhofmitarbeiter ins Detail und erklärte die verschiedenen Methoden zur Anlage von Wildblumenflächen.
Auch er betonte noch einmal, dass bei dem sehr aktuellen Thema „Bienen- und Insektenweide“ zahlreiche „Trittbrettfahrer“ unterwegs seien und die angebotenen Wildsaatenmischungen oft nur einjährige, nicht-heimische Pflanzen enthielten.

Die Anlagen, die jetzt richtig bepflanzt und eingesät würden, könnten, bei richtiger Pflege, 500 Jahre alt werden! In der Zukunft bedeuteten solche Flächen wesentlich weniger Pflegeaufwand als herkömmliche Flächen. Bei einem Wildblumenbeet rechnet man mit ½ Minute pro Quadratmeter, bei einem konventionellen Staudenbeet mit 15 Minuten. Auch das Bewässern werde im Laufe der nächsten Jahre mit der Verschärfung des Klimawandels großflächig nicht mehr möglich sein, auch hierin liege die große Zukunft der Wildblumenansaaten.

Nach diesen theoretischen Ausführungen ging es dann an die Praxis. Zunächst wurde die vorgesehene Fläche am Bauhof eingepflanzt und eingesät, nach der Mittagspause war dann die Fläche bei Wüstenhausen an der Reihe.

 

Hier war auch Bürgermeister Thomas Knödler tatkräftig dabei und setzte eine Wildstaude.

 

Ebenso begleitet das Fernsehen die Pflanzaktion. Der Regionalsender l-tv schickte ein Kamerateam und sendete den Beitrag dann in seiner täglichen Nachrichtensendung am 25.09. Unter dem Link http://www.l-tv.de/mediathek/video/3005.html (ab Minute 12:17) finden Sie den Beitrag zu „Natur nah dran“ in Ilsfeld.

 

An allen 9 Flächen in Ilsfeld finden sich jetzt Infotafeln, die auf Sinn und Zweck der Neuanlage hinweisen.

 

Copyright Bildmaterial: NABU/Anette Marquardt

 

 

Mehrjährige Wildblühflächen auch in Privatgärten

Auch in Privatgärten sind Wildblühflächen sinnvoll. Daher würden wir uns über eine Rückmeldung von Bürgerinnen und Bürgern freuen, die Interesse daran haben, eine Fläche dafür zu „reservieren“. Saatgut kann von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden.

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