Aktuelles

Aktuelles | Kloiber, Miriam | 06.09.2019

Auensteiner Kirchweih

Einmal im Jahr ist das Zentrum von Auenstein ein riesiges Kaufhaus. Der Flohmarkt am Kirchweihsonntag ist zu einem wahren Magneten geworden. Verkäufer und Besucher kommen aus dem näheren und weiteren Umkreis. Gut erhaltener Trödel wartet auf neue Besitzer.

In der Hauptstraße und den kleinen Gassen rund ums ehemalige Rathaus geht es eng zu. Obwohl in diesem Jahr weniger Stände zugelassen wurden - früher waren es 80, diesmal rund 60 - drängen sich die Menschen um Geschirr und Kleidung, Bücher und Spielzeug, Schmuck und Bilder. Rudi Brenner aus Beilstein erzählt, dass man bei der Anmeldung im Ilsfelder Rathaus genau sagen muss, wie viele Meter Standfläche gebraucht werden und was man ausstellt. Für seine Bilder, Geschirr und Gläser hat er vier Meter angemeldet.

Die Stände kosten keine Gebühr

Vor Jahren lief die Kirchweih nicht so gut. Nur Essen, Trinken und ein bisschen Musik waren zu wenig, um Besucherscharen anzulocken. Da kamen die Auensteiner Vereine auf die Idee mit dem Flohmarkt. Die Stände kosten keine Gebühr, was die ausschließlich privaten Aussteller "große Klasse" finden. Alles, was sie einnehmen, wandert ungeschmälert in ihre Taschen. Eine Win-Win-Situation für alle: Die Händler verdienen etwas, die Käufer zahlen wenig, und die Vereine füttern ihre Kassen. Denn wer auf dem Flohmarkt ausdauernd nach Schätzen stöbert, kriegt irgendwann auch Hunger und Durst.

Der Musikverein Auenstein um den Vorsitzenden Florian Hübsch serviert in seinem Domizil den Musikerteller, Salate und Kuchen. Im Keller des Hauses bereitet ein sechsköpfiges Damen-Team die salzigen Kuchen fürs nahe Backhaus vor, die Werner Gemmrich und Ulrich Walter abwechselnd in zwei Öfen schieben. Die anderen Vereine brutzeln in einem Zelt Steaks und Currywürste.

Die 70 Paar Weißwürste, die nach dem Festgottesdienst zum zweiten Frühstück heiß gemacht werden, sind innerhalb weniger Minuten ausverkauft gewesen, erzählt Brigitte Boss vom Liederkranz Da Capo. Der Ilsfelder Arbeitskreis Asyl hat syrische und georgische Spezialitäten für den kleinen Hunger zwischendurch ausgebacken.

Die ersten Händler stehen früh auf der Matte

Der Flohmarkt beginnt offiziell um 11 Uhr, nach dem Gottesdienst. Doch die ersten Händler stehen schon um 5 Uhr auf der Matte, sichern sich die besten Plätze, allerdings noch ohne Auslagen. Manchmal reisen ganze Gruppen von Ausstellern gemeinsam an, und die wollen ihre Schnäppchen auch alle nebeneinander aufbauen. So machen es Babsi Glötzl aus Oberstenfeld und Inge Rohr, die aus Berglen bei Winnenden kommt. "Wir gehen immer miteinander", erzählt sie. Verkauft werde heutzutage aber nicht mehr so viel wie noch vor zehn Jahren. "Die Leute haben ja alles."

Nicht so Jasmin und Lukas. Das junge Paar aus Regensburg, das auf der Rückreise aus dem Frankreich-Urlaub Station in Auenstein macht, findet immer etwas. Hauptsächlich Kleidung. Sie sind richtige Flohmarkt-Junkies. "Wir stehen auf alte Klamotten, und unser Kleiderschrank ist groß", sagt Jasmin.

Im Internet finden sie die Orte und Termine von Flohmärkten. Aus Auenstein nehmen sie einen ganzen Berg von Second-Hand-Sachen mit nach Bayern. Auch der Ilsfelder Hauptamtsleiter Sven Frank, der mit seinem Sohn über den Flohmarkt schlendert, wird fündig. Seine Schwiegermutter bekommt am Nachmittag einen Gartenzwerg geschenkt.

Festgemeinschaft stemmt die Kirchweih

In der Festgemeinschaft, die die Kirchweih seit Jahren stemmt, sind folgende Auensteiner Vereine zusammengeschlossen: Der Musikverein, der Sportverein SSV, der Chor Da Capo des Liederkranzes 1860, die Kult-Urzeit und der Kirchenchor der evangelischen Gemeinde.

Der Vorsitzende des SSV, Reiner Vogel, eröffnete als erster stellvertretender Bürgermeister von Ilsfeld die Auensteiner Kirchweih am Samstagabend. Es ist gute Tradition, dass zum Start nicht mit Bier sondern mit Sekt angestoßen wird.

Auensteiner Kirchweih 2019

 

Quelle: Heilbronner Stimme, Barbara Barth, 03.09.2019, Bilder Gemeinde Ilsfeld