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Aktuelles | Kloiber, Miriam | 11.07.2019 – 31.08.2019

Blühflächen

„Das muss man den Bürgerinnen und Bürgern schon erklären“, meint Bauhofleiter Cornelis Izelaar, als es im Gespräch um das Anlegen von mehrjährigen Magerflächen geht. Denn bevor eine solche Fläche blüht, vergehen erst einmal ein bis zwei graue Jahre. Mit Schotter werden Grünflächen nämlich künstlich „abgemagert“, so der Fachbegriff. Dieser Schotter wird nur mit einer dünnen Kompostschicht bedeckt und dann mit Blühsamen eingesät. Durch diese künstliche Verschlechterung werden die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber Wettereinflüssen und blühen stärker. Doch bis dies soweit ist, vergeht eben einige Zeit. 10 solcher Flächen wurden jetzt im Rahmen des Förderprojektes „Natur nah dran“ festgelegt. Das NABU-Projekt „Natur nah dran“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Ilsfeld wurde dabei als eine von 13 „Natur nah dran“-Kommunen in Baden-Württemberg ausgewählt.  


Eine der Natur-nah-dran-Flächen wird entlang der Schozach zwischen Bauhof und Recyclinghof angelegt oder auch zu einem kleineren Teil in der Schozachaue. Einen Mehraufwand bedeuten die Flächen für Ilsfelds Bauhof dort, wo durch Mähen und Rechen abgemagert wird, durch das oben beschriebene Abmagern durch Schotter wird der Aufwand geringer, da diese Flächen nicht bewässert und gedüngt werden müssen und allenfalls gelegentlich Unkraut entfernt werden muss.

2019 Blühflächen

Auch die Landwirte in Ilsfeld bemühen sich, den Anteil an Blühflächen zu erhöhen. Zu einem gewissen Teil sind sie sowieso daran gebunden, Flächen aus der Lebensmittelproduktion herauszunehmen und als Blühfläche anzulegen, doch der freiwillige Anteil soll erhöht werden. Gemeinsam mit Gemeinderat und landwirtschaftlichem Ortsverein hat man sich das Ziel gesetzt, künftig 10 Hektar landwirtschaftlicher Flächen als Blühflächen anzulegen. Dieses Jahr machen 5 Landwirte mit und säen in Ilsfeld und den Teilorten Wüstenhausen, Schozach und Auenstein auf 4 Hektar Honigpflanzenmischungen und sogenannte Niederwildmischungen (Niederwild – Hasen, Fasane, Rebhühner) aus. Für jeden Hektar Blühfläche bekommen die Landwirte 1000 € als Anreiz und Ausgleich, das hat der Gemeinderat so beschlossen. Wer eine solche Blühfläche jetzt erleben möchte: gegenüber der Abwasser-Wärmezentrale hinter der Kläranlage oder am Dietersberg Richtung Waldkindergarten flattert und summt es kräftig.

 

2019 Blühflächen

 

Doch nicht nur die Landwirte sind hier gefordert, so formuliert es Markus Läpple, selbst Landwirt und künftiger Gemeinderat, auch jeder Einzelne sollte sich überlegen, ob es denn ein Steingarten sein muss oder man an derselben Stelle nicht lieber eine Blühwiese anlegen möchte. Auch auf Gewerbeflächen gäbe es Möglichkeiten zum Ausgleich. Für die Zukunft könne er sich auch vorstellen, dass man Blühsamentütchen an die Bürgerinnen und Bürger verteilt und dann auf der kommunalen Homepage die Möglichkeit bietet, Fotos von den schönsten Blühflächen zu veröffentlichen.