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Aktuelles | Kloiber, Miriam | 30.11.2018

Streetscooter Bauhof

Im Frühjahr haben wir an dieser Stelle über die e-Kleingeräte berichtet, die inzwischen im Bauhof zum Einsatz kommen, wie Laubbläser, Freischneider und Winkelschneider. Jetzt heißt es im Bauhof „Think big“, denn das erste von mehreren geplanten Nutzfahrzeugen wurde vergangene Woche angeliefert und an Bauhofleiter Conni Izelaar übergeben.

Ein e-Fahrzeug für den täglichen Einsatz der Bauhofmitarbeiter, funktioniert das? „Sehr gut sogar“, schmunzelt Andreas Gänsler vom Autohaus Baur in Mutlangen, über das die Gemeinde Ilsfeld die e-Nutzfahrzeuge least, „gerade bei kommunalen Betrieben mit einem kurzen Streckenaufkommen ist der Einsatz optimal.“ Natürlich müssten sich die Mitarbeiter auf die e-Fahrzeuge einstellen, sich über sämtliche Nebenverbraucher wie Radio, Lüftung, Heizung etc. bewusst sein und beispielsweise schnelles Beschleunigen vermeiden, aber, so stelle er oft fest, häufig komme es unter den Mitarbeitern zu einem regelrechten Wettbewerb bezüglich des Verbrauchs.

Der Strom für das Fahrzeug kommt zunächst noch ganz klassisch aus der Steckdose, da die Gemeinde Ilsfeld aber bereits seit 2015 Strom aus erneuerbaren Energien bezieht, passt hier alles zusammen. In Zukunft soll es dann noch effizienter werden, denn auf dem Dach des Bauhofs ist eine Photovoltaikanlage geplant, die den Strom für die e-Geräte und e-Fahrzeuge liefern wird.

Entwickelt werden e-Nutzfahrzeuge dieser Art nicht von den großen Autoherstellern, sondern von einem kleinen Startup-Unternehmen, der StreetScooter GmbH, die vor wenigen Jahren als Forschungsprojekt der Universität Aachen gestartet ist und inzwischen von der Deutschen Post gekauft wurde. Die Deutsche Post, seit Jahren bereits auf der Suche nach geeigneten e-Lösungen für ihre Zustellfahrzeuge, stieß auf dieses Startup und kaufte es kurzerhand auf. 2014 fertigten etwa 40 Mitarbeiter 200 e-Nutzfahrzeuge, inzwischen gibt es einen zweiten Produktionsstandort und die Produktionskapazität liegt bei 20 000 e-Fahrzeugen jährlich.

Das jetzt in Ilsfeld zum Einsatz kommende kleinere Modell (20 kW) ist das erste von 3 geplanten e-Fahrzeugen für den Bauhof insgesamt. Die beiden anderen Fahrzeuge werden über eine 40 kW-Batterie verfügen und haben damit eine entsprechend größere Reichweite. Eines dieser größeren Modelle ist dann für den Bereich Wasser/Abwasser des Bauhofs gedacht und bekommt einen Aufbau zum Verstauen der notwendigen Gerätschaften.

Die Gemeindeverwaltung hat bereits Förderanträge im Rahmen des BW-e-Gutscheins gestellt. Dabei wird jedes e-Fahrzeug mit 3000 € gefördert. Geplant ist, die Gesamtsumme dann in den Aufbau der e-Ladestruktur wie beispielsweise die erwähnte Photovoltaikanlage im Bauhof zu investieren.