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aktuelles | Kloiber, Miriam | 29.03.2018 – 30.04.2018

Spatenstich Anbindung Biogasanlage

Seit über vier Jahren setzt Ilsfeld sein Projekt Nahwärmeversorgung wie ein Puzzle zusammen. Baustein für Baustein. Gasblockheizkraftwerk im Schulzentrum als Keimzelle des Ganzen, Leitungsbau, Abwasser-Wärmezentrale an der Kläranlage, Anschluss an die Biogasanlage in Beilstein und Versorgung der Ortsteile Auenstein mit Helfenberg sind die Abschnitte, die nach und nach realisiert werden. Meilensteine auf dem Weg zu einer schrittweisen Vermeidung von fossilen und atomaren Energien.

Nächster Schritt beim Ausbau des Nahwärmenetzes

Nun war Spatenstich für die Bauabschnitte fünf bis acht. Dahinter verbergen sich der Ausbau des Netzes vom Freibad Richtung Steinbeisstraße sowie weiterer Straßenzüge, die Einbindung der Biogasanlage und die Erschließung und Versorgung der Ortsteile.

2018-03-23 Spatenstich Nahwärme Anbindung Biogasanlage

Reiner Siegele, einer der Gesellschafter der Beilsteiner Betreiberfirma, nahm den Vertrag in Empfang. Verhandelt war die Wärmelieferung schon lange, aber unterschriftsreif war das Papier erst jetzt, nachdem Beilstein seine Zustimmung zum Leitungsbau über einige hundert Meter seiner Markung erteilt hatte.

Nahwärme-Baustellen prägen das Ortsbild

In Anwesenheit vieler am Infrastrukturprojekt beteiligter Planer und Partner begründete Bürgermeister Thomas Knödler, warum der gestrige Spatenstich ein besonderer war, obwohl die Baustellen in Sachen Nahwärme in den letzten Jahren im Ort unübersehbar waren.

Besonders sei der Auf- und Ausbau des Netzes im Bestand: "Die Dimension ist einzigartig." Das Gemeinschaftsprojekt zwischen Gemeinde und Bürgerschaft sei "wirklich toll" und nicht umsonst mit drei Millionen Euro aus EU-Mittel gefördert worden.

Beim Bau herrscht Zeitdruck

Im Abschlussjahr des EFRE-Programms (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) muss Ilsfeld das Bauprogramm erledigt haben. Da kennen die Geldgeber kein Pardon. An die Baufirmen Scheuermann und Zovko richtete Knödler deshalb die dringende Bitte: "Wir müssen bis Oktober fertig werden." Auch in den Folgejahren soll der Netzausbau weitergehen, dann allerdings nicht mehr im bisher angeschlagenen Tempo. Noch nie habe Ilsfeld in einem Jahr so viele Leitungen verlegt wie in diesem Jahr, bilanzierte Knödler. 7500 Kilometer werden es mit der Verbindung nach Beilstein (4100 Meter).

Da aber Hausanschlüsse und die so genannte "Bagger-Akquise" weitere Kunden bringen werden, könnten es am Jahresende zehn Kilometer Leitungen sein. "Wenn der Bagger in einer Straße unterwegs ist, entschließt sich so mancher Hausbesitzer doch für einen Anschluss", weiß Thomas Stutz vom Bauamt. Erfreulicherweise liegen die Ausschreibungsergebnisse 15 beziehungsweise 25 Prozent unter den Kostenansätzen. Zur Feier des Spatenstichs konnte sich Ilsfeld deshalb Butter auf die Brezeln leisten. "Undenkbar", so Knödler, "ist das ganze Projekt aber ohne die EFRE-Millionen."

Iris Hohmann und Ines Steinhauser aus dem Umweltministerium und Benjamin Sonnabend vom EFRE-Sekretariat waren aus der Landeshauptstadt gekommen, um den Baufortschritt live zu erleben. Energie- und Klimaschutzpolitik müsse auf allen Ebenen geschehen − international, auf Bundes- und Landesebene ebenso wie lokal in Städten, Gemeinden und Landkreisen. "Die öffentliche Hand hat beim Klimaschutz eine Vorbildfunktion." Vor Ort seien die Veränderungen für die Bürger "direkt sichtbar und spürbar".

Etliche Millionen stammen aus Fördertöpfen

Das Umweltministerium in Stuttgart unterstützt die Kommunen mit Förderprogrammen. Eins ist "Klimaschutz mit System". Dafür stehen insgesamt rund 27 Millionen Euro aus der EU und dem Landeshaushalt zur Verfügung. 28 innovative Projekte hat das Ministerium mit einer Fachjury ausgesucht. Eins davon ist das Ilsfelder Nahwärmeprojekt. "Der Zuschuss von drei Millionen Euro ist die Höchstsumme", verriet Hohmann. Niemand habe mehr bekommen.

Doch Ilsfeld hat auch noch aus anderen Töpfen Geld erhalten. Verwaltungschef Thomas Knödler kommentiert dazu: "Über diverse Landes- und Bundesprogramme fließen weitere drei Millionen." Das gesamte Investitionsvolumen für das Nahwärme-Projekt beträgt über neun Millionen Euro.

Quelle: Heilbronner Stimme, 24.03.2018