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aktuelles | Kloiber, Miriam | 27.11.2017 – 29.11.2017

Trash Detective im SWR Fernsehen

Ilsfeld  In "Trash Detective" wird die Schozach-Gemeinde zum Schauplatz düsterer Machenschaften. Nach dem großen Erfolg im Kino und auf Filmfesten wird der Studentenfilm kommende Woche erstmals im Fernsehen gezeigt.

 

Von Julia Weller

 

Hätte Maximilan Buck mehr Geld zur Verfügung gehabt, wäre sein Filmteam vielleicht nie nach Ilsfeld gekommen. "Hier kannten wir Leute, hier sind wir kostenlos an Drehorte gekommen", erklärt der Stuttgarter Regisseur.

Seinen Abschlussfilm "Trash Detective" in Ilsfeld zu drehen, war also vor allem eine finanzielle Entscheidung für den damaligen Regie-Studenten. Eine Wahl, die sich allerdings schnell als goldrichtig herausstellte. Am kommenden Mittwoch, 29. November, strahlt der SWR den Film um 23 Uhr erstmalig aus.

 

Humoristischer Krimi mit schwäbischem Touch

Für "Trash Detective" verwandelt sich Ilsfeld in das fiktive schwäbische Örtchen Matringen. Der Dorfalkoholiker Uwe, gespielt von Rudolf Waldemar Brem, ist nach einer feucht-fröhlichen Feier überzeugt, einen Mord an der stadtbekannten Schönheit Susi beobachtet zu haben. Tatsächlich bleibt Susi nach dem Fest spurlos verschwunden - weil Uwe aber zur vermeintlichen Tatzeit sturzbetrunken war und auch sonst unter den Matringern nicht gerade beliebt ist, gerät er selbst in Verdacht. Zur eigenen Verteidigung beginnt Uwe mit den Ermittlungen - und bemerkt als "Trash Detective" schnell, dass in Matringen eigentlich jeder Dreck am Stecken hat.

"Ohne Menschen wie hier in Ilsfeld wäre der Dreh nicht möglich gewesen", erzählt Regisseur Buck. Zwei Jahre lang arbeitete sein Team aus Studenten der Filmakademie Ludwigsburg an dem Großprojekt, unterstützt wurden sie von der MFG Filmförderung. Das Gesamtbudget des Films lag bei 80 000 Euro, die das Team zum Teil aus eigener Tasche aufbringen musste. "Wir sind während der Dreharbeiten etliche Male pleite gegangen", erzählt der Regisseur. Um Geld zu sparen, suchte sich Buck Drehorte bei Verwandten und Bekannten und landete dadurch auch in Ilsfeld.

 

Drei Drehorte in Ilsfeld

Die Wohnung der Hauptfigur Uwe fand er zum Beispiel hier: "Wir haben mitbekommen, dass gerade jemand gestorben war und eine Wohnung leer stand. Dort durften wir drei Tage lang arbeiten." In Schozach konnte das Filmteam eine weitere Wohnung nutzen, außerdem wurde in der ehemaligen Metzgerei Mössner gedreht. "Es ist normalerweise sehr schwierig, solche Orte zu finden. Wir kommen mit 40 Leuten, machen alles dreckig und zahlen den Leuten kein Geld", beschreibt Buck die Herausforderung. Die Ilsfelder hätten das Filmteam aber mit offenen Armen empfangen: "Viele fanden die Ambition cool, dass wir mit geringen Mitteln so einen langen Film gedreht haben."

Das fiktive Matringen wurde digital aus Aufnahmen verschiedener Orte zusammengesetzt. Gedreht wurde außer in Ilsfeld noch in Augsburg, München, Kornwestheim und im Schwarzwald. Obwohl "Trash Detective" kein Heimatfilm ist, schwingt das Schwäbische vor allem im Dialekt der Darsteller durch. Beworben wurde der Film daher schon als der "erste schwäbische Krimi."

 

Riesiger Erfolg für einen Studentenfilm

Außenaufnahmen wurden in Ilsfeld allerdings nicht gemacht, denn laut Buck hätte das Dorfbild nicht zur Atmosphäre des humorvollen Krimis gepasst: "Ilsfeld ist nicht so düster, wie wir es gerne gehabt hätten." Dafür fand hier im vergangenen Jahr die Premiere vor mehr als 300 Zuschauern statt. "Trash Detective" lief nicht nur in den Kinos, sondern auch bereits auf mehreren Filmfesten. Dass sein Langfilmdebüt es nun sogar ins Fernsehen schafft, damit hätte Regisseur Buck niemals gerechnet: "Für einen Studentenfilm ist das der absolute Kracher." Auch als DVD ist "Trash Detective" mittlerweile erhältlich.

Verdient haben Buck und sein Team an dem Film allerdings nichts: Die Darsteller und Mitwirkenden verzichteten auf jegliches Honorar. Umso mehr freut Buck die hochkarätige Besetzung des Films: Hauptdarsteller Rudolf Waldemar Brem spielte nicht nur in elf Fassbinder-Filmen mit, sondern beispielsweise auch im Tatort und in der Lindenstraße. "Seine Darstellung des Enfant terrible trägt den ganzen Film", findet Buck.

Während der Dreharbeiten zu "Trash Detective" wurde bei Brem Lungenkrebs diagnostiziert, trotzdem brachte der Darsteller die Dreharbeiten kurz vor seinem Tod noch zu Ende. "Das gehört zu den beeindruckendsten Dingen, die ich in meinem Leben je gesehen habe", so Buck. "Ihm verdanken wir es, dass Trash Detective so sehenswert geworden ist."

Quelle: Heilbronner Stimme