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aktuelles | Kloiber, Miriam | 13.07.2017 – 26.07.2017

Solartag in Auenstein

Schon das fünfte Jahr nimmt sich Claus Gross von Gross Energiesysteme GmbH den Vormittag frei, um an „seiner“ Schule den Solartag zu begleiten. Als Schüler selbst an der Schule, als Lehrling dann zusammen mit dem Vater beim Erstellen des ersten Erweiterungsbau der Schlossbergschule dabei gewesen – eine große Portion Verbundenheit besteht da zwischen ihm und der Auensteiner Schule. Als Mitglied beim Verein Faszination Technik, der sich dem Ziel verschrieben hat, Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern, bringt er seit 5 Jahren pensionierte Ingenieure oder Hochschullehrer an die Schlossbergschule, die zusammen mit den Viertklässlern einen Solarbausatz bauen. Finanziell unterstützt wird das Ganze vom Förderkreis der Schlossbergschule. So hat jedes Kind die Möglichkeit, die Kraft der Sonne an einem selbstgebauten Objekt zu erfahren. Auswählen konnten die Schülerinnen und Schüler zwischen einem Bausatz für ein Solar-Rennauto oder einen Solar-Schmetterling. Nach einer theoretischen Einführung zum Aufbau und zur Funktionsweise einer Solarzelle legten die Auto- und die Schmetterlingsgruppe in zwei verschiedenen Räumen los. Nach 2 Stunden konzentrierter Arbeit sind die ersten Autobauer fertig und lassen ihre Autos im Schulhof fahren.

Glücklicherweise ist die Antriebsquelle für die Solarzelle gnädig und scheint an diesem Tag ungetrübt vom Himmel. Was wäre gewesen, wenn das Wetter nicht so perfekt mitgespielt hätte? „Nicht schlimm“, meint die Diplom-Ingenieurin Barbara Wild, die es sich auf ihre Fahnen geschrieben hat, mehr Mädchen für techniknahe Berufe zu begeistern. „Für solche Fälle haben wir immer einen Baustrahler dabei.“ So aber können die Solarfahrzeuge nach Herzenslust ausprobiert werden. Schnell schmieden die Jungs Pläne zum Ausbau ihrer Fahrzeuge. Ein größeres Solarpanel wäre cool, meinen sie, „damit das Auto noch ein bisschen schneller läuft.“ So was könne man im Internet bestellen. Am besten, merken sie schnell, läuft der filigrane Racer auf der glatten Oberfläche der Tischtennisplatte im Schulhof.

 

Währenddessen ist die Schmetterlingsgruppe im Obergeschoss noch mit den letzten Detailarbeiten beschäftigt. Erwartungsgemäß haben sich ausschließlich Mädchen für den Solar-Schmetterling entschieden.

Hier merkt man: nicht nur die Funktion ist wichtig, sondern auch auf die Gestaltung des Schmetterlings. Daher ist die Gruppe ein wenig später dran. Jetzt müssen noch die Drähte für das Solarpanel angeschlossen, d.h. verlötet werden. Die drei Ehrenamtlichen vom Verein Faszination Technik, Barbara Wild, Albert Klumpp und Hans Walter legen Wert darauf, dass die Kinder sich auch hier herantrauen und das Verlöten selbst übernehmen.

 

 

Und dann heben die Schmetterlinge ab – angetrieben von der Solarzelle dreht sich das dünne Edelstahlstäbchen, auf dem der Moosgummi-Schmetterling befestigt ist. So flattern und wirbeln die schillernden Geschöpfe durch die Lüfte.

 

Am Ende sind alle zufrieden: die Schüler, die ihre Konstrukte mit nach Hause nehmen dürfen und die Ehrenamtlichen von Faszination Technik, die wieder ein Stück dazu beigetragen haben, den dringend benötigten Nachwuchs für techniknahe Berufe zu begeistern.