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aktuelles | Kloiber, Miriam | 16.03.2017

Ortsumfahrung Ilsfeld

Einen Zahn hat Verkehrsminister Winfried Hermann den vielen Bürgermeistern und Landräten am Dienstagabend mit Erfolg gezogen: Dass all die vielen Projekte im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans in den nächsten 15 Jahren umgesetzt werden können, glaubte nach dieser Straßenbaukonferenz wohl niemand mehr.
Für die Projekte, die im Landkreis Heilbronn als "vordringlich" gelistet sind, bedeutet das: Nur der Ausbau der B 27 bei Neckarsulm und die Neugestaltung des B 27-Knotenpunkts bei Bad Friedrichshall-Jagstfeld wird mit großer Sicherheit umgesetzt. Der Ausbau bei Neckarsulm steht auf einer vergleichsweise kurzen Liste von zwölf Projekten im Regierungsbezirk Stuttgart, die sich in Planung befinden und an deren Umsetzung nun parallel und kontinuierlich weitergearbeitet werde.
Am Plan vorbei
In Bad Friedrichshall rechnet Bürgermeister Timo Frey mit einem Baubeginn für den untertunnelten Kreisel in Jagstfeld 2019 − hier hat die Stadt auf eigene Kosten einen Bebauungsplan erstellt, wodurch das Projekt am Bundesverkehrswegeplan vorbei umgesetzt wird. "Nachdem nun klar ist, dass in der ersten Stufe das Windhundprinzip gilt, also fertig geplante Projekte zum Zug kommen, müssen wir natürlich Gas geben", so Frey.
Die Ortsumfahrungen Offenau, Ellhofen und Obersulm-Willsbach gehören allerdings zu den Maßnahmen, die vom Land jetzt priorisiert werden − zum zweiten Mal. Dies sei notwendig, weil aktuellere Zahlen vorliegen als bei der Anmeldung der Projekte. Zudem würden neue Kriterien berücksichtigt, wie Hermann erläuterte. Beispielsweise spielt nun auch der Erhaltungszustand von Straßen und Bauwerken eine Rolle.
Außerdem fließen Schadstoffbelastung der Luft, Verkehrsfluss und Straßen im Umfeld oder langfristige Effekte in die Berechnung mit ein. Erst nach dieser Priorisierung wird Klarheit herrschen, welche Projekte in den nächsten 15 Jahren eine Chance auf Verwirklichung haben. "Wir wollen dort anfangen, wo es am schlimmsten oder dringlichsten ist", erläuterte der Minister. Die Ergebnisse dieser "Umsetzungskonzeption" sollen im Herbst vorgestellt werden.
Ausdrücklich nicht Teil der Umsetzungskonzeption wird der dreistreifige Ausbau der B 27 zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall-Kochendorf sein, weil sie nicht im Bundesverkehrswegeplan gelistet ist. Die Finanzierung wäre zwar möglich über Um- und Ausbaumittel des Bundes, erklärt das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart. Doch die Planung hat noch nicht begonnen und wird auch nicht in absehbarer Zeit beginnen. Vorrang habe der Umbau des Knotenpunkts in Jagstfeld, erklärte eine Sprecherin.
Landesstraßen
Größere Hoffnungen darf sich Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler machen. Die Ortsumfahrung seiner Gemeinde − in diesem Fall eine Landesstraße − befindet sich bereits im Planfeststellungsverfahren. Von Jürgen Holzwarth, dem zuständigen Referatsleiter am RP Stuttgart, erhielt er gestern die Zusage, dass nach Abschluss der Arbeiten an den Ortsumfahrungen Güglingen/Pfaffenhofen die Umfahrung Ilsfeld anstehe.
Immerhin: Baubeginn soll dort noch dieses Jahr sein. Somit könnte 2018 der Planfeststellungsbeschluss für Ilsfeld erfolgen, anschließend in absehbarer Zeit der Baubeginn. Knödler bleibt aber skeptisch: "So gut sich das anhört, ist dennoch klar, dass es aufgrund des Personalmangels einen erheblichen Arbeitsrückstand bei der Straßenbauverwaltung gibt."
Von Christion Gleichauf, aus: Heilbronner Stimme, veröffentlicht am 09.03.2017