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Neugestaltung der König-Wilhelm-Straße in Ilsfeld
Hier: Vorstellung der aktuellen Planungen; Beschlussfassung zur weiteren Vorgehensweise
Die Gemeindeverwaltung hat das Büro Zoll Architekten + Stadtplaner, Stuttgart mit der Erstellung eines Städtebaulichen Konzepts zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Ilsfeld beauftragt.
Kernpunkt des städtebaulichen Konzeptes ist unter anderem der Rückbau der König-Wilhelm-Straße und die punktuelle Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h – verbunden mit dem ausdrücklichen Wunsch die Aufenthalts- und Lebensqualität in der Ortsmitte von Ilsfeld deutlich zu erhöhen. Zudem erfolgt eine enorme Verbesserung für die Leichtigkeit des Verkehrs, er wird aufgrund der Veränderungen deutlich weniger stocken (Gutachten Verkehrsbüro Stahl). Zusätzlich müssen Wasser und Abwasserkanäle ausgetauscht werden und das Land Baden-Württemberg wird an der Kreuzung L1100/L1105 einen Kreisverkehr erstellen.
Eine umfangreiche Beschlussfassung des Gemeinderates erfolgte bereits am 20. Oktober 2010. Die haushaltsrechtlichen Rahmenbedingungen wurden im Rahmen der Haushaltsplanberatungen erörtert und beschlossen. Ausführliche Beratungen erfolgten zudem während der zweitägigen Klausurtagung im November 2009, und am 23.01.2010 bei der Bemusterung der Materialien.
Wichtig für das gesamte Projekt ist die zügige Umsetzung der Maßnahme. Während der Bauphase muss die König-Wilhelm-Straße komplett gesperrt werden. Dies hängt zum einen mit dem Bau des Kreisverkehrs zusammen. Zum anderen ist dies aber auch von Vorteil für die Bürger der Gemeinde und die Gewerbetreibenden, da die Mehrbelastung so auf einen kurzen Zeitraum reduziert werden kann. Wenn die Maßnahme unter Teilsperrung der Straße durchgeführt würde hätte dies zur Folge, dass sich der Bauzeitraum erheblich verlängert und so auch die Belastung durch Ausweichverkehr und fehlende Kunden zunimmt. Während der Bauphase erfolgt eine weiträumige Umleitung.
Weitere Eckpunkte:
Zeitplan:
Der Baustart soll Ende Mai / Anfang Juni 2010 erfolgen.
Bis dahin wird die Baustelle in der Schwabstraße abgeschlossen sein, womit ein Teil des Umleitungsverkehrs über diese Straße abgewikkelt werden kann.
Die Vollsperrung soll in Teilen sobald als möglich aufgehoben werden.
Finanzielle Aspekte:
Berücksichtigt wurden für kommunale Baumaßnahen:
| Im HHPLAN 2010 sind bereitgestellt: |
1.250.000 Euro |
| Im Wirtschaftsplan 2010 werden bereitgestellt: |
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| Wasser: 230.000 Euro |
| Abwasser: 600.000 Euro |
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2.080.000 Euro |
Die Kostenschätzung lässt erwarten, dass diese Mittelansätze für die Baukosten ausreichend sind. Sollte der Gemeinderat sich dafür aussprechen, Wegeflächen, Bordsteine und Rinnenplatten in Granit zur Ausführung zu bringen, so sind Mehrkosten in Höhe von ca. 400.000 Euro bis 500.000 Euro zu erwarten.
Wie bei der Materialauswahl bereits besprochen sollen daher unterschiedliche Materialien ausgeschrieben werden, die endgültige Festlegung der Materialien erfolgt nach Kenntnis der Angebotspreise.
Treppenanlagen:
Ein weiterer Punkt der Beratungen soll auch der Umbau des Treppenabgangs an der Kirche sein. Hier hat das Büro Zoll einen Planungsvorschlag erarbeitet, wie die Treppe zurückgesetzt werden kann, um Fläche an der König-Wilhelm-Straße zu gewinnen.
Für den Umbau der Treppenanlagen bedarf es einer gesonderten Vereinbarung mit dem Land Baden-Württemberg.
Parkierung während der Bauphase
Der Parkplatz gegenüber der Kreissparkasse soll während der Bauphase geöffnet bleiben und befahrbar sein.
Straßensperrungen
Soweit als möglich sollen Teilabschnitte solange als möglich offen gehalten werden, oder wieder geöffnet werden (z. B. Mühlstraße).
Beschilderung:
Verkehrsrechtliche Hinweise werden im Rahmen einer Verkehrsschau erfolgen, daraus resultierend werden die erforderlichen Verkehrsschilder vor der Wiedereröffnung angebracht werden.
Wunsch und Ziel ist es bis zur Wiedereröffnung das innerörtliche Leitsystem so weit entwickelt zu haben, als dass dieses ebenfalls sofort umgesetzt werden kann.
Das Projekt soll auch in einer Bürgerversammlung am 23. März 2010 vorgestellt werden. Im April soll eine Begehung erfolgen, bei der die Planungen direkt vor Ort erläutert und dargestellt werden.
Die Gemeindeverwaltung hat bereits einen Antrag auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm gestellt, die Entscheidung darüber, ob die Maßnahme aufgenommen wird soll Ende April fallen.
Bürgermeister Knödler erläuterte in der Sitzung, dass die Neugestaltung der König-Wilhelm-Straße das bestimmende Thema der nächsten Monate sein wird – wirft die Neugestaltung der König-Wilhelm Straße doch viele Fragen auf.
• „Was haben die vor?“
• „Wie soll das funktionieren?“
• „Wieso wartet man denn nicht ab bis die Umgehungsstraße gebaut ist?“
Dies sind die bestimmenden Fragen zu denen Bürgermeister Knödler wie auch die Fachplaner in der Sitzung ausführlich Antwort gaben. Die Antwort auf die aufdrängende Frage, wieso nicht bis zur Realisierung der Umgehungsstraße abgewartet wird, erläuterte Bürgermeister Knödler wie folgt:
„Für die Umgehungsstraße Ilsfeld soll es im April diesen Jahres in die Planfeststellung gehen, ca. 12 – bis 18 Monate wird sich dieses Verfahren ziehen. Ist man Optimist und setzt voraus, dass alle 154 Grundstückseigentümer sofort „Ja“ sagen, dann könnte Ende 2011 die Baureife vorliegen und ein unanfechtbarer Planfeststellungsbeschluss.
Ist man Ende kommenden Jahres immer noch Optimist, dann setzt man voraus, dass das Land sofort die erforderlichen Millionen für den Neubau in den Haushalt einstellt.
Dieses vorausgesetzt, würde die Detailplanung beginnen, diese benötigt ca. 4 Monate, eine europaweite Ausschreibung weitere 4 Monate und der Bau als solches nochmals zwei Jahre.
Wir sind dann selbst bei einer optimistischen Annahme bereits im November 2014 – solange wollte der Ilsfelder Gemeinderat auf eine dringend erforderliche Aufwertung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in unserer Ortsmitte nicht warten.
Für uns war und ist die positive Resonanz auf die Platzgestaltung am König-Wilhelm-Zentrum beispielgebend, in vielen Beratungen im Gemeinderat und auf Klausurtagungen – unter anderem mit dem Bund der Selbständigen – ist man nun letztlich da, wo man hin will.
Ich muss Ihnen ganz ehrlich gestehen, bis heute früh um 10.30 Uhr habe ich an diese Baustelle nicht wirklich geglaubt. Heute Vormittag haben wir nun endlich die unterschriebenen Vereinbarungen des Landes erhalten.
Diese haben folgenden Inhalt:
Der Gemeinde wird gestattet die noch vorzustellenden Planungen in diesem Jahr zur Umsetzung zu bringen, wichtig, weil wir ja auf fremden Grund bauen.
Die Gemeinde wird zudem federführend im Auftrag des Landes den Kreisverkehr an der Kelter realisieren. Bezahlen wird dies das Land Baden-Württemberg, war der Kreisel doch Ausfluss des Luftreinhalteplans des Regierungspräsidiums Stuttgart und wohl auch die Initialzündung für das Projekt.
Und ganz am Ende werden wir das haben was viele hundert Kommunen in Baden-Württemberg beantragen, die eine ähnliche Verkehrsbelastung wie wir haben, ganz am Ende werden wir auf dem zentralen Teilstück unserer Ortsdurchfahrt nicht nur durchgehend Parkplätze und Bäume haben, sondern auch eine Fahrgeschwindigkeit von 30 km/ h.
Bedanken darf ich mich heute schon für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Stuttgart. Ganz herzlich möchte ich mich für den großen persönlichen Einsatz von Herrn Regierungspräsident Schmalzl bedanken, ohne dessen Zustimmung dieses Projekt wohl niemals realisiert werden würde.“
Im Anschluss erläuterten die Herren Zoll und Duffner vom Büro Zoll Architekten + Stadtplaner sowie Herr Jung vom Büro i-motion die Ausführungsplanung im Detail. Peter Zoll legte insbesondere Wert darauf, dass die Straßenbreite von 6,50 m im Grundsatz erhalten bleibt. Lediglich an drei Stellen erfolgt eine Verengung auf 5,90 m, um hier den Fußgängern ein Angebot zu Überquerung der König-Wilhelm-Straße zu machen. Ein Begegnungsverkehr von LKW oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist somit jederzeit gewährleistet. Trotzdem werde ein Maximum für die Fußgänger und die Geschäfte erreicht. Durch die Aufgabe des schmalen Gehwegs entlang der Mauer können auf der gegenüberliegenden Seite Längsparkplätze errichtet werden, die im Gegensatz zur bisherigen Situation den Vorteil haben, dass die parkenden Fahrzeuge nicht mehr in den Verkehrsraum ragen. Durch die Einrichtung von partiellen Tempo-30-Bereichen, Bäumen mit begehbaren Baumscheiben, Sitzplätzen und helle Materialien für die Gehwege wird eine neue Aufenthaltsqualität in der König-Wilhelm-Straße geschaffen. Die Treppenanlage hoch zur evangelischen Kirche und dem Rathaus wird komplett neu aufgebaut, so dass die Aufstellfläche am Fuß der Treppe erheblich größer wird.
Nach eingehender Beratung fasste der Gemeinderat den Baubeschluss und beschloss die Freigabe der Ausschreibungsunterlagen auf Basis der vorgestellten Planungen.
Der Gemeinderat ermächtigte den Technischen Ausschuss die Materialien (Granit oder Beton-Pflaster und Randsteine) auf der Basis der Angebotspreise auszuwählen und die erforderlichen Vergaben an den günstigsten Bieter vorzunehmen.
Die Verwaltung wurde beauftragt alles erforderliche im Sinne einer zügigen Umsetzung der Baumaßnahme zu veranlassen.


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