Bericht über die Gemeinderatssitzung
vom 22.2.2005
In seiner Sitzung am 22. Februar 2005 hat der Gemeinderat der
Gemeinde Ilsfeld folgende Themen behandelt:
10)
Schulzentrum Ilsfeld; Sanierungskonzeption,
Energiebericht und Umnutzung Lehrschwimmbecken
zu drei Klassenräumen
In den Jahren 2001 bis 2004 wurden in drei Bauabschnitten Teilbereiche
des Schulzentrums für insgesamt 605.000,- € saniert.
Im gesamten Schulzentrum ist weiterer erheblicher Sanierungsbedarf
gegeben. Das Architekturbüro Aldinger u. Aldinger, welches
bereits mit den Planungen der Bauabschnitte 1 bis 3 beauftragt
war, hat die anstehenden Maßnahmen in einem Sanierungskonzept
zusammengefasst, das in der Sitzung ausführlich vorgestellt
wurde. Die Reihenfolge der Bauabschnitte orientiert sich sowohl
an den bautechnischen Erfordernissen wie auch an den organisatorischen
Bedingungen des laufenden Schulbetriebs. Um möglichst
günstige Preise bei der Ausschreibung der Gewerke erzielen
zu können, sollten jeweils mehrere Bauabschnitte zusammen
ausgeschrieben werden. Um die organisatorischen bzw. räumlichen
Voraussetzungen für die Durchführung der einzelnen Bauabschnitte
zu schaffen, soll im Jahr 2005 mit der Umnutzung bzw. dem Umbau
des Lehrschwimmbeckens in drei Klassenzimmer begonnen werden.
Dadurch kann der Wegfall einzelner Klassenzimmer während der
Sanierung zumindest teilweise ausgeglichen werden.
Die Kostenschätzung für die Gesamtmaßnahme geht
von 4.485.000 Euro aus, die in verschiedenen Bauabschnitten bis
zum Jahr 2011 realisiert werden soll. Nachdem die Arbeiten während
des laufenden Schulbetriebes erfolgen soll, sollen immer 6 Klassenzimmer
(drei pro Stockwerk) gleichzeitig saniert werden. Hierfür
werden dann natürlich 6 Klassenzimmer benötigt,
die zum einen durch den Umbau des Lehrschwimmbeckens in 2 Klassenzimmer
und einen Gruppenraum und zum anderen durch die Belegung von Räumen
in der Haupt- und Förderschule gewonnen werden können.
Aus der Mitte des Gemeinderates wurde angeregt entsprechende
Container während der Umbauzeit aufzustellen, da diese günstiger
sind als ein Umbau des Lehrschwimmbeckens. Rektor Link betonte
aber die derzeit angespannte Problematik in der Realschule,
die derzeit über 800 Schüler in 27 Klassen besuchen,
so dass bereits wichtige Räumlichkeiten wie Schülerbücherei,
SMV-Raum und Zeichensaal bereits zu Klassenzimmern umgewandelt
wurden. Die Schülerzahl werde in den kommenden 4 Jahren
um maximal zehn Prozent zurückgehen, angesichts der Ausweisung
von zahlreichen Baugebieten in der Umgebung müsse dieser Rückgang
aber auch nicht so sein.
Neben der Erneuerung der Fassaden und der Fenster muss auch die
Lüftungs-, Heizungs- und Beleuchtungsanlage erneuert werden,
da diese nicht mehr auf dem Stand der Technik sind bzw. sogar teilweise
defekt sind. Auch hinsichtlich des Brandschutzes muss einiges unternommen
werden. Mit dem Umbau verbunden sind auch entsprechende Maßnahmen
zur Energieeinsparung, so dass sich über 21.000 Euro/Jahr
Betriebskosten einsparen lassen können. Dies entspricht
einer Einsparung von ca. 66 % und einer daraus resultierenden
CO2-Minderung von ca. 95 Tonnen pro Jahr. Die Mitglieder des Gemeinderates
nahmen den Energiebericht zur Kenntnis. Eine Beschlussfassung wurde
bis zur Klärung des Raumprogramms und möglicher
Zuschüsse vertagt.
11)
Schulzentrum Ilsfeld; Halbjahresbericht des Schulsozialarbeiters
In der Sitzung am 22. Juli 2003 beschloss der Gemeinderat die
Einführung der Schulsozialarbeit am Steinbeis-Schulzentrum
und beauftragte den Verwaltungsausschuss mit der Entwicklung einer
Konzeption, welche am 20.07.2004 beschlossen wurde. Seit Schuljahresbeginn
2005/2006 hat sich Herr Bernd Mauch der Schulsozialarbeit
angenommen und stellte in der Sitzung einen Halbjahresbericht vor.
Er wies darauf hin, dass fast ausschließlich Fünft-
bis Siebtklässler das Beratungsangebot in Anspruch nehmen.
Hierbei handelt es zu 80 Prozent um Hauptschüler. Nach einem
anfänglich großen Andrang hat sich die Zahl der Ratsuchenden
auf etwa 10 pro Woche eingependelt, wobei es natürlich
eine Vielzahl von kleineren Anfragen gibt. Bei den größeren
Fällen handelt es um Konflikte mit Mitschülern, um Mobbing
oder körperliche Gewalt sowie um Probleme mit Lehrern, von
denen sich Schüler ungerecht behandelt fühlten. Weitere
Punkte sind auch Schwierigkeiten in der Persönlichkeitsentwicklung
wie mangelndes Selbstwertgefühl oder aber auch Diebstahl oder
rechtsextreme Tendenzen. Ingesamt sieht er einen großen
Bedarf an Schulsozialarbeit am Steinbeis-Schulzentrum. Wünschenswert
wäre es, dass die Schulsozialarbeit bereits in der Grundschule
ansetzt.
Auch wäre es seiner Ansicht nach wünschenswert
eine weibliche Unterstützung zu bekommen, da er auf die
vielfältigen
mädchen- und frauentypischen Problembereiche als Mann
nicht richtig eingehen kann. Neben der vielfältigen Beratung
werden aber auch von Herrn Mauch Betreuungsleistungen wie z.B. eine
freitagnachmittägliche Fußball-AG, Mathe-Hilfe und eine
Betreuung im Computerraum angeboten. Als nächstes größeres
Projekt möchte Herr Mauch das Projekt „Stups" einführen,
hierbei geht es um die Selbstbehauptung in der Schule. Hinsichtlich
der Drogenproblematik wies er daraufhin, dass dies auch Gegenstand
am Steinbeis-Schulzentrum ist. Hier sieht er insbesondere seine
Aufgabe darin den Jugendlichen die Konsequenzen beim Umgang mit
Drogen aufzuzeigen, so dass die Jugendlichen hiervon Abstand nehmen.
Rektor Link wies daraufhin, dass wenn der Schulleitung Fälle
mit Drogen bekannt werden, der direkte Weg zur Polizei und den
Eltern gesucht wird.
Seitens der Schulleitung und Lehrerschaft wie auch seitens der
Elternvertreter wird die Einführung der Schulsozialarbeit
sehr positiv aufgenommen.
Die Mitglieder des Gemeinderates nahmen den Halbjahresbericht
zur Kenntnis. Bürgermeister Knödler erläuterte,
dass der Verwaltungsausschuss in seiner nächsten Sitzung über
eine weibliche Unterstützung für Herrn Mauch beraten
wird.
12)
Budgetfestlegung für die Schulen 2005
In der Gemeinderatssitzung vom 14. Dezember 2004 wurde grundsätzlich
Einigkeit erzielt, dass der Etat der Schulen künftig ermittelt
werden soll über einen Anteil am Sachkostenbeitrag pro Schüler.
Der Vermögenshaushalt soll über die so ermittelten Haushaltsmittel
nicht von der Schule finanziert werden müssen. Der Unterschied
zu den meisten Gemeinden bestand in der Vergangenheit darin,
dass die Ilsfelder Schulen noch zusätzliche Haushaltsmittel
für Bürobedarf, EDV-Betreuung, Telefonkosten, Schulveranstaltungen
haben. Diese Bereiche sind bei fast allen anderen Gemeinden über
den Schuletat abzudecken. Aus der Mitte des Gemeinderates wurde
angeregt, die Grundschulen Ilsfeld und Auenstein hinsichtlich
des Budgets gleich zu behandeln. Auch wurde angeregt, einen „Leistungsanreiz" in
Höhe von 1.000 Euro zu gewähren, wenn die Schulen mit
ihrem jeweiligen Budget auskommen sowie entsprechende Budgetunterschreitungen
vollständig bei der jeweiligen Schule als „Belohnung" verbleiben
sollten. Seitens der Verwaltung wurde entgegnet, dass ein derartiger
Leistungsanreiz für die Schulen nicht erfolgen sollte,
da es auch Kindergärten, die Bücherei und viele
weitere gemeindliche Einrichtungen gibt, die alle verantwortungsbewusst
mit den ihnen zustehenden Haushaltsmitteln umgehen. Daher sollte
diesbezüglich erst einmal abgewartet werden wie die Budgetierung über
das Jahr hinweg läuft, so dass am Jahresende entsprechend über
den Verbleib von eingesparten Haushaltsmitteln bei der Schule
entschieden werden kann. Aufgrund des Gesamtdeckungsprinzip müssen
zudem eingesparte Mittel zum Ausgleich des Haushalts verwendet
werden. Hinsichtlich der Grundschule Auenstein verhält es
sich zudem so, dass gerade kleinere Schulen einen höheren
Bedarf haben, da die Grundausstattung unabhängig von
der Schülerzahl vorhanden sein muss. Ein entsprechender Antrag
auf Gleichstellung der Grundschulen Ilsfeld und Auenstein
und Verbleib von Budgetunterschreitungen bei der jeweiligen Schule
wurde mehrheitlich abgelehnt. Insgesamt wurde in der Diskussion
deutlich der große Stellenwert der Ilsfelder Schulen in
der Gemeinde hervorgehoben. Dies kommt auch dadurch zum Ausdruck,
dass die Mittelbereitstellung für die Ilsfelder Schulen zwischen
20 und 50 % über dem Landesdurchschnitt liegt. Der Gemeinderat
fasste daraufhin folgenden mehrheitlichen Beschluss: Die Realschule
und die Förderschule erhalten 25 % der Sachkostenbeiträge
als Budget. Die Hauptschule erhält 27 % der Sachkostenbeiträge
als Budget.
Die Grundschule Ilsfeld erhält pro Schüler
120 Euro.
Die Grundschule Auenstein erhält derzeit ein Budget
von 150 Euro/ Schüler. Mit dem Budget sind sämtliche
Kosten der Schulen zu bestreiten (außer Kosten für Gebäudeunterhaltung,
Gebäudebewirtschaftung und Personalkosten).
13)
Bestellung von Frau Karin Hehl zur Standesbeamtin
Die Bestellung von Frau Karin Hehl zur Standesbeamtin ist mit
dem Ziel einer internen Verfahrensvereinfachung verbunden. Mit
der Bestellung von Frau Hehl zur Standesbeamtin wird die rechtliche
Voraussetzung geschaffen, dass Frau Hehl künftig Beurkundungen
selbst vornehmen darf. Da die Aufgaben des Standesamts hohe Anforderungen
an den Standesbeamten stellen und vielfältige Rechtsund
Verwaltungskenntnisse erfordern, darf deshalb zum Standesbeamten
nur bestellt werden, wer Deutscher ist und nach Ausbildung und
Persönlichkeit die für das Amt des Standesbeamten erforderliche
Eignung besitzt.
Da sich Frau Hehl in der Vergangenheit vielfältige und tiefe
Kenntnisse im Bereich des Personenstandswesens angeeignet
hat und darüber hinaus eine gewissenhafte und zuverlässige
Mitarbeiterin ist, die die Anforderungen im Personenstandswesen
bisher stets zur vollsten Zufriedenheit erfüllt hat,
beschloss der Gemeinderat einstimmig Frau Karin Hehl mit Wirkung
zum 1. März 2005 zur Standesbeamtin für den Standesamtsbezirk
Ilsfeld zu bestellen.
14)
Bestellung von Herrn Oliver Rohrbach zum weiteren Standesbeamten
Vor dem Hintergrund der diversen anfallenden Beurkundungen,
insbesondere bei Krankheit- und Urlaubsvertretungen, ist es nach
Ansicht der Verwaltung erforderlich Herrn Oliver Rohrbach zum
weiteren Standesbeamten des Standesamtsbezirks Ilsfeld zu
bestellen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig Herrn Oliver
Rohrbach mit Wirkung zum 1. März 2005 zum Standesbeamten
für den Standesamtsbezirk Ilsfeld zu bestellen.
15)
Einziehung der öffentlichen Verkehrsfläche, Teilfläche
von Flst. Nr. 285/1, Nussbaumgasse in Schozach
Der Gemeinderat beschloss bereits am 23.09.2003 in nichtöffentlicher
Sitzung eine Teilfläche des Flst. Nr. 285/1, Nussbaumgasse
in Schozach zu verkaufen. Nach § 7 Abs. 1 des Straßengesetzes
für Baden-Württemberg kann eine Straße (auch
Feldwege) eingezogen werden, wenn sie für den Verkehr entbehrlich
ist. In den Ilsfelder Nachrichten vom 11.03.2004 wurde daraufhin
gemäß § 7 Abs. 3 des Straßengesetzes für
Baden-Württemberg die Absicht der Gemeinde Ilsfeld öffentlich
bekannt gemacht, die öffentliche o. g. Verkehrsfläche
einzuziehen. Es wurde daraufhingewiesen, dass gegen die beabsichtigte
Einziehung dieser Verkehrsfläche nach dem Straßengesetz
für Baden Württemberg innerhalb von drei Monaten nach
Bekanntmachung Einwendungen erhoben werden können. Einwendungen
wurden nicht vorgebracht. Der Gemeinderat beschloss einstimmig
die Teilfläche von Flurstück Nr. 285/1, Nussbaumgasse
in Schozach gemäß § 7 Abs. 1 Straßengesetz
für Baden-Württemberg einzuziehen und beauftragte die
Verwaltung die Einziehung öffentlich bekannt zu machen.
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