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Rückblick auf die Bürgerversammlung in Auenstein

Am vergangenen Donnerstag fand in der Schloßberghalle die Bürgerversammlung für den Teilort Auenstein statt. Rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Bürgerversammlung, die ganz im Zeichen der neuen Halle und der Wohnbebauung am bisherigen Standort der Halle und des Sportgeländes stand.



Zu Beginn der Sitzung ging Bürgermeister Thomas Knödler jedoch zuerst auf die innerörtliche Entwicklung von Auenstein ein. Anhand einer kleinen Bilderpräsentation zeigte er auf, was sich in den vergan­genen Monaten getan hat und was aufgrund der jüngsten Beschlussfassung des Gemeinderates in die Wege zu leiten ist bzw. bereits wurde. Hierbei ging er u.a. auf das Probelokal, die Erweiterung des Friedhofs Auenstein, die Sanierung der Hauptstraße, der Eisenbahnstraße und einzelnen Randbereichen, wie auch die Sanierung von verschiedenen Parkplätzen und die Fertigstellung der Erschließungsarbeiten für das Baugebiet „Mühlrain-Erweiterung" ein. Zum Abschluss ging er dann auch noch auf den Bereich „Mäuerlesgässle" ein, wo die Gemeinde Anfang des Jahres entsprechende Grundstückserwerbe tätigen konnte, so dass dieser Bereich nunmehr für eine Neuordnung und Neuplanung zur Verfügung steht. Aufgrund der Beschlussfassung des Gemeinderates am vergangenen Dienstag kann vorbehaltlich der Zustimmung des Finanzministeriums eine Mittelumschichtung des Landessanierungsprogramms zugunsten der Ortmitte von Auenstein vorgenommen und eine Ordnungsmaßnahme durchgeführt werden.



Nach diesem kurzen Einstieg war nunmehr aber der Weg frei für den Haupttagesordnungspunkt der Bürgerversammlung „Sport und Wohnen am Tiefenbach". Hierzu präsentierte Bürgermeister Thomas Knödler mehrere Referenten und Sachverständige, die auf die bisherigen und zukünftigen Planungen ausführlich eingingen. Architekt Wolfgang Kuon erläuterte daraufhin, dass der Gemeinderat eine Erweiterungsnotwendigkeit der Hallenkapazitäten im Ortsteil Auenstein bejaht hat. In den ersten Untersuchungen wurde eine Erweiterung der bestehenden Halle geprüft und die Sanierungskosten für die Schloßberghalle ermittelt. Aufgrund des undichten Daches, dem dringend erforderlichen Austausch der Heizungs- und Lüftungsanlage, Erneuerung der Bühnenbeleuchtung, Elektroinstallationen in den Umkleiden, Fliesenarbeiten, Austausch des Sonnenschutzes, Malerarbeiten, Wärmedämmmassnahmen stiegen die Sanierungskosten für die Schloßberghalle nicht zuletzt auch durch Auflagen von TÜV und Landratsamt schnell auf eine Summe von ca. 750.000 Euro. Bei Ausführung der Arbeiten nach der neuen Wärmeschutzverord­nung würden die Sanierung der bestehenden Halle noch auf 850.000 bis 900.000 Euro steigen. Hinzu kämen noch entsprechende Kosten für eine Erweiterung der Hallenkapazitäten. Nachdem ein Anbau jedoch städtebaulich katastrophal wäre, da damit weder die Parkprobleme noch die Probleme durch Nachbarschaftsbeeinträchtigungen gelöst werden könnten, und angesichts der damit verbundenen Kosten gediehen die Überlegungen mit einem „großen Wurf" gleich alle städtebauliche, bautechnische und lärmtechnische Probleme zu erschlagen und eine für die Zukunft von Auenstein zukunftsweisende Lösung anzugehen.

Angesichts dieser Problematik hielt er als Fazit fest, dass alles andere als ein Neubau keinen Sinn machen würde, da bei Kosten in Höhe von 850.000 bis 900.000 Euro noch kein einziger Quadratmeter zusätzliche Hallenkapazitäten geschaffen wurde, geschweige die Beeinträchtigung der Nachbarn und das Parkproblem gelöst werden würde. Daher wurde im weiteren Verfahren der Versuch unternommen im Bereich des Skaterplatzes ein Neubau der Halle vorzunehmen. Diesem Vorhaben kam jedoch der Hochwasserschutzlinie in die Quere, so dass nunmehr eine Neukonzeption auf der gegenüberliegenden Seite des Tiefenbachs erfolgen soll. Im Anschluss erläuterte Reiner Vogel, Vorstand des SSV Auenstein, die Problematik aus Sicht des Sportvereins. Der SSV Auenstein hat zur Zeit knapp 1.000 Mitglieder, wobei viele Angebote wie Judo, Karate, Volleyball usw. aufgrund der fehlenden Hallenkapazitäten leider nicht angeboten werden können. Auch die Austragung von verschiedenen Turnieren kann aufgrund der kleinen Halle nicht erfolgen.

Daraufhin erläutert Jürgen Hanke vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) die Aufgaben des WLSB. Auch geht er auf die Bevölkerungsentwicklung ein und weist darauf hin, dass ausgehend vom Jahr 2020 immer weniger Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Ilsfeld leben werden und dafür immer mehr Rentner. Insbesondere wird im Jahr 2020 jeder dritte über 60 Jahre alt sein. Dieser Bevölkerungsentwicklung hat somit auch entsprechende Auswirkungen auf den Sportstättenbau, da es zukünftig sehr viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger geben wird, die auch körperlich noch sehr fit sind, so dass diese Bevölkerung bereits heute bei der Planung und beim Bau von Sportanlagen entsprechend berücksichtigt werden sollte. Auch wird in den letzten Jahren ökologischen Aspekten beim Baum von Sportanlagen immer mehr Bedeutung zugemessen. Daneben müssen Sportanlagen für Kinder gut erreichbar sein und die Sportanlagen müssen auch interessant und generationsübergreifend gestaltet sein, so dass Anlagen geschaffen werden müssen, wo die Familie gemeinsam Sport treiben kann. Er weist darauf hin, dass wenn der Verein der Bauherr einer Sportanlage ist, d.h. Sportplatz nebst Nebeneinrichtungen wie Flutlicht usw. eine Bezuschussung durch den WLSB erfolgen kann. Der Zuschuss würde sich dann auf ca. 250.000 bis 300.000 Euro belaufen.



Als letzter Referent erläuterte dann Ingenieur Hermann Koch das Bebauungsplanverfahren. Er wies darauf hin, dass die größte Problematik im Umfeld der bestehenden Schlossberghalle liegt. Hier gilt es vorrangig die Belästigungen der angrenzenden Bürgerinnen und Bürgern zu minimieren. In diesem Zusammenhang verweist er auch auf die Problematik einer Gemeinde im Kreis Böblingen, die eine bestehende Halle sehr kostenaufwändig saniert hat und zwischenzeitlich aufgrund einer Nachbarschaftsklage die Halle nur noch an 10 Tagen im Jahr für besondere Ereignisse genutzt werden kann. Die Tragweite dieser Entscheidung lässt sich daran ersehen, dass diese Halle im Landkreis Böblingen einen Abstand von ca. 120 m zur nächsten Wohnbebauung hat, während die Schloßberghalle an ihrem jetzigen Standort keine 15 m zur Wohnbebauung entfernt ist.
Die ersten Planungen für die eine neue Halle in Auenstein sahen eine Verlegung in Richtung Skaterplatz vor, so dass der Zufahrtsver­kehr von Süden erfolgen könnte. Im Zuge des Bebauungsplanver­fahren machte diesem Vorhaben aber die Flussgebietsuntersuchung einen Strich durch die Rechung, denn bei einem 100-jährigen Hoch­wasser läge die Halle dann im Überflutungsbereich. Somit erfolgt die Umplanung dahingehend, dass eine Verlegung der Halle und der Sportanlagen an den Tiefenbach erfolgt, da zwischenzeitlich derHochwasserschutz einen höheren Wert genießt als der Naturschutz. Auch an diesem Standort machte das Hochwasser den Planungen einen Strich durch die Rechnung, da die Halle aufgrund eines Hochwassers des Tiefenbachs im Wasser stehen würde. Bei der jetzigen Planung liegt die Halle außerhalb des Überflutungsbereichs.

Die Schloßberghalle soll abgerissen werden und an diesem Standort, wie auch im Bereich der Sportplätze soll eine Wohnbebauung erfolgen. Herr Koch erläuterte weiter, dass das frei werdende Areal eine reine Wohnbaufläche von ca. 1,75 ha haben wird. Hierfür gibt es bereits Interessenten, die sich dem Gemeinderat vorstellen werden. Die Kosten bezifferte Bürgermeister Knödler auf ca. 360.000 Euro pro Sportplatz, für die Halle mit entsprechender Ausstattung wie Bühne, Mehrzweckbereich usw. auf ca. 2,1 Mio. Euro sowie für die Freiflächengestaltung auf ca. 350.000 bis 450.000 Euro. Auf Nachfrage aus der Bürgerschaft wenn dieses Großprojekt nicht klappen sollte, wies er daraufhin, dass sportliche Nutzungen in der Schloßberghalle auch über das Jahr 2007 hinaus noch möglich sind. Lediglich Veranstaltungen mit über 199 Personen sind aus brandschutztechnischen Gründen ab 2008 nicht mehr möglich, da die Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes für derartige Veranstaltung bis Ende 2007 befristet ist. Die nachbarschaftlichen Probleme werden damit aber weiter Bestand haben. Er erläuterte, dass das ganze Thema noch im Juli im Gemeinderatberaten wird, damit die notwendigen und erforderlichen Beschlüsse gefasst werden können. Auch sollen in dieser Sitzung dann Zeitschiene und Vorgehensweise wie auch die Standards festgelegt werden. Die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger nutzten das Angebot für Nachfragen an die Referenten und die Verwaltung ausgiebig. Nachdem keine weiteren Fragen vorgebracht wurden bedankte sich Bürgermeister Thomas Knödler bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse sowie bei den Referenten für ihre Ausführungen und beendete um 21.30 Uhr die Bürgerversammlung. Die Anwesenden nutzten aber im Anschluss das Angebot des SSV Auenstein, um bei Grillwurst, Wein und Bier die vielen Informationen des Abends zu diskutieren.

   
         
         
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