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Geschichte von Ilsfeld und seinen Ortsteilen
         
   

Ilsfeld

Im Jahre 1102 schenkte Kaiser Heinrich IV., bekannt durch seinen "Gang nach Canossa", das Dorf Ilsfeld im Schozachgau der Domkirche zu Speyer. Die Urkunde über diese Schenkung ist der älteste schriftliche Nachweis über unsere Gemeinde. Ilsfeld muss damals schon ein beachtlicher Ort gewesen sein, sonst hätte es sich nicht als kaiserliches Geschenk geeignet. Staufenkaiser Conrad III., der 1140 Weinsberg belagerte, führte zähe Verhandlungen, um Ilsfeld wieder zum Herzogtum Schwaben zurückzuholen, was ihm 1152 dann auch gelang.

Eine keltische Bronzestatuette zeugt von früher Besiedelung: Das "Ilsfelder Männle" wurde 1931 im Gewann "Schmerbel" gefunden. Es wurde dem Landesmuseum übergeben.

Zahlreiche Funde beweisen aber, dass unsere Markung bereits in der Mittel- und Jungsteinzeit, insbesondere aber zur Kelten- und Römerzeit fast ununterbrochen besiedelt war. Schon um 2000 v.Chr. erbauten Leute, die man der Michelsberger Kultur zurechnet, auf dem Gewann "Ebene" eine ca. 13 ha große Siedlung, aus der reiches Fundmaterial zutage kam. Mit der Besiedelung durch die Franken im 6. Jahrhundert wurde der Landstrich um Ilsfeld fränkisches Grenzland und ist es in sprachlicher Hinsicht bis heute geblieben.

Ilsfelder Holzmarkt

Besonders stolz ist die Gemeinde auf den jahrhundertealten Holzmarkt, der alljährlich an Bartholomäi auf den Hofäckern abgehalten wird. Die älteste Urkunde über ihn stammt aus dem Jahre 1521. Nach zweimaliger Zerstörung beim großen Brand von Ilsfeld (1904) und am Ende des 2. Weltkrieges (1945) nahm auch Ilsfeld stetigen Aufstieg. Heute hat der Kernort Ilsfeld 4.758 Einwohner.

Abstetterhof

Der Abstetterhof ist mit 111 Einwohnern der kleinste Ortsteil von Ilsfeld. Aus der Geschichte des Ortsteiles ist bekannt, dass Württemberg im Jahre 1345 dem Bischof Albrecht von Würzburg neben Burg Wunnenstein einen Hof in "Villa Absteten" verlieh. Bis zum Jahre 1500 war der Hof in einer Hand, dem Lagerbuch aus dem Jahre 1522 ist jedoch zu entnehmen, dass er inzwischen erstmalig geteilt wurde.

In der Folgezeit erlebte der Abstetterhof weitere Teilungen und Parzellierungen; Ursache dafür war das Anwachsen der Bevölkerung im 16., 17. und 18. Jahrhundert. Die nachgeborenen Söhne und Töchter, die nicht mehr mit Besitz versorgt werden konnten, waren gezwungen, aus- oder abzuwandern. So ist es zu erklären, weshalb der kleine Ort Abstetterhof seit 1866 bis heute eine annähernd konstante Einwohnerzahl von 120 bis 130 Personen aufweist.

Ursprünglich gehörte der Weiler zur Gemeinde Winzerhausen. Da sich der ganze wirtschaftliche Verkehr aber mit Auenstein abwickelte, stimmte Winzerhausen 1935 dem Antrag des Teilgemeinderates vom Abstetterhof auf Eingemeindung nach Auenstein zu. Mit der im Abstetterhof ansässigen Schweinebesamungsstation hat der kleine Ort heute überregionale Bedeutung erlangt.

Auenstein

Ursprünglich hieß Auenstein "Ostheim", der Name rührt also weder von einer Aue noch von einem Stein her. Orte mit der Endsilbe "-heim" sind in aller Regel der frühen fränkischen Zeit zuzuordnen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass Ostheim im 6./7. Jahrhundert gegründet wurde.

Sonnenuhr in Auenstein

Aus den Bezeichnungen Ostheim (das zu Auenstein verfälscht wurde), Westheim (heute Neckarwestheim) und Talheim (das talabwärts liegt) kann geschlossen werden, dass diese Orte als Vorwerke des Ilsfelder Königshofes, der damals das Zentrum des Schozachgaues bildete, gegründet wurden. Erst in der Stauferzeit, im Jahre 1240 wird "Osthem" erstmals in einer Urkunde erwähnt. Als die Staufer im 13. Jahrhundert die Burg Helfenberg erbauten, wurde Auenstein nicht etwa diesem Helfenberger Ritter unterstellt, sondern blieb freies Reichsdorf. 1350 kam Auenstein mit Beilstein zu Württemberg.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die frühere Bezeichnung Ostheim über Osthem, Ousten, Ouenstein zum heutigen Auenstein gewandelt. Nach dem 2. Weltkrieg nahm auch die Gemeinde Auenstein durch neue Wohn- und Gewerbegebiete raschen Aufstieg. Im Rahmen der Gemeindereform haben sich die Gemeinden Auenstein und Ilsfeld auf 01.01.1974 zur neuen Gemeinde Ilsfeld zusammengeschlossen. Heute leben in Auenstein 2.009 Einwohner.

Helfenberg

Das in der Stauferzeit erbaute Schloss Helfenberg war einst eine große Wohnburg mit Wohnturm und Schildmauer. An die Schildmauer lehnte sich der baulich aufwendig gestaltete Wohnturm mit drei Geschossen an. Immer wieder tauchen andere Ritterge- schlechter als Besitzer auf. 1259 wird in einer Urkunde des Klosters Lichtenthal der Name Albertus de Helfenberg erwähnt.

Das Backhäusle
in Helfenberg

1579 baute Philipp von Wittstadt Schloss Helfenberg um und erweiterte es. Mehrmals versuchte er, das Schloss auf seine Tochter oder deren Schwiegersohn, Hans von Buchholz umschreiben zu lassen, der württem-bergische Lehenhof verweigerte aber die Einwilligung. Das war der Grund, warum dann Hans von Buchholz unten im Weiler Finkenbach ein eigenes Schloss erbauen ließ.

Vermutlich veränderte sich dabei der Name Finkenbach in Helfenberg (Unterhelfenberg). Mit Unter- und Oberhelfenberg existierten somit 1625 zwei ritterschaftliche Güter. Seit dem 18. Jahrhundert befand sich das gesamte Gut Helfenberg in der Hand der Familie von Gaisberg. Das Helfenberger Schloss im Unterdorf wurde im April 1945 durch einen Jabo-Angriff zerstört und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Im April 1966 erwarb die Gemeinde Auenstein das zerstörte Anwesen. Der frühere Schlosspark wurde nun Wohngebiet. Auf dem Keller des ehemaligen Schlosses wurde das Gemeindehaus für Helfenberg erstellt. In Helfenberg leben heute 257 Einwohner.

Schozach

Schozach ist eine Tochtersiedlung von Ilsfeld, die etwa um 800 entstanden ist. Dabei wurde der schon vorhandene Flussname Schozach auf die neue Siedlung übertragen. Nach der Oberamtsbeschreibung von 1853 wird Schozach erstmals 1213 erwähnt; wo und warum ist jedoch leider nicht festzustellen. Bekannt ist dagegen der Inhalt einer Urkunde aus dem Jahre 1396. In diesem Jahr erhielt ein Friedrich von Sturmfeder von Graf Eberhard von Württemberg als Mannlehen "ein Pflug Acker im Schotzacher Holz".

Trotz aller immer wieder auftretenden Spannungen zwischen den württembergischen Landesfürsten und den Sturmfedern wurde das Schozacher Lehen immer wieder erneuert. Erst 1840 wurde in einem Vergleich mit Württemberg das Lehen aufgegeben und die Güter wurden nun privatrechtliches Eigentum der Sturmfeder. Heute ist das Weingut im Besitz der "Gräflichen Bentzel-Sturmfeder-Horneck'schen Kommanditgesellschaft".

Die im ganzen Land durchgeführte Gemeindereform machte auch vor Schozach nicht Halt. Auf 01.07.1971 wurde Schozach nach Ilsfeld eingemeindet. Der vom Weinbau geprägte Ortsteil hat heute 749 Einwohner. Besonders stolz ist die Gemeinde, dass der schmucke Teilort 1990 beim Kreiswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" den 1. Preis erzielen konnte. Hierzu hat sicherlich der jährliche Blumenschmuckwettbewerb der Schozacher Gartenfreunde einen guten Teil beigetragen.

Wüstenhausen

Schon die Römer haben im Tal des Gruppenbaches gesiedelt. Im Gewann "Kleines Feldle" zwischen Wüstenhausen und dem Landturm wurden wiederholt römische Scherben gefunden. Es muss dort um das Jahr 200 n. Chr. ein römischer Gutshof, eine "Villa Rustica", gestanden haben. Als die Alamannen dann das Land erobert hatten, ließen sie das römische Steinhaus abseits liegen, sie wohnten lieber in Holzhäusern.

Dem verwüsteten römischen Haus aber verdankt Wüstenhausen seinen Ortsnamen. Wüstenhausen wird urkundlich erstmalig in einem Kaufvertrag vom 16.01.1330 erwähnt. In diesem Vertrag verkauft Konrad von Heinriet zwei Privatgrundstücke in der Villa Husen (Wüstenhausen) an den Grafen Nikolaus von Löwenstein. Nachdem Wüstenhausen 1369 württembergisch wurde, war es wie Ilsfeld ein Grenzdorf an der württembergisch/pfälzischen Grenze.

Bei der berühmten Schlacht von Wüstenhausen (1460) brachte Graf Ulrich von Württemberg den Pfälzern eine empfindliche Niederlage bei. Jahrhundertelang war das Leben in Wüstenhausen zerrissen. Während die Bewohner der Herrenhöfe zur Schule, Kirche und Friedhof nach Untergruppenbach gehörten, ging der größere Teil des Weilers zur Schule und Kirche samt Friedhof nach Auenstein. Politisch jedoch, also zum Rathaus, gehören die Einwohner von Wüstenhausen seit eh und je zur Gemeinde Ilsfeld. Der Ortsteil Wüstenhausen hat heute 306 Einwohner.

   
         
         
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