| |
|
Neugestaltung der König-Wilhelm-Straße gestartet - Vollsperrung bis Oktober

Der Gehweg entlang der Betonmauer ist aufgebrochen, große Asphaltbrocken liegen in Containern zum Abtransport bereit. Die Fräsmaschine rasiert den Belag ab, an der Kreuzung gegenüber der Alten Kelter ist der Baum gefällt, das mächtige Wurzelwerk freigelegt. Am Montagmorgen haben Bagger und Baumaschinen Einzug in der König-Wilhelm-Straße gehalten, gegen Abend erfolgt der erste Spatenstich zur Umgestaltung der Ilsfelder Ortsdurchfahrt. Bis Ende Oktober löst Baulärm den sonst üblichen lauten Verkehrspegel ab. 2,5 Millionen Euro lässt sich die Gemeinde die Maßnahme kosten, die die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte steigern soll. Eine Million Euro fließen aus dem Landessanierungsprogramm.

Vogelgezwitscher Bürgermeister Thomas Knödler bittet um Ruhe am Standpunkt bei der Alten Kelter. „Sie hören hier Vögel, genießen Sie diesen historischen Moment“, scherzt er. Bald werden hämmernde Bohrmaschinen die Umgebung erfüllen. „Wir werden alles daran setzen, das Geld so schnell wie möglich auszugeben“, sagt er in Richtung Regierungspräsidium. Auch samstags wird auf der Baustelle gearbeitet. Konradin Heyd, dortiger Abteilungsleiter Straßen und Verkehr, gibt zu, dass dem Land das Ja zum Millionen-Zuschuss nicht leicht gefallen sei. Schließlich gelte der gewünschten Umgehungsstraße das Hauptaugenmerk – wie Ilsfeld übrigens auch. Wann und wie dese finanziert werden könne, weiß Heyd nicht. Deshalb die zweite Botschaft: „Wir stehen voll hinter dem Projekt“. Schließlich gibt das Land im Rahmen der Umgestaltung rund 300 000 Euro für den Kreisel an der Kreuzung L1100/L1105 aus. „Man muss sich mal das Tempo vorstellen“, hebt Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium hervor, dass nur fünf Wochen nach der Zuschusszusage der Startschuss fällt. Ilsfeld liegt auf einer Linie mit dem Wirtschaftsministerium, was die Stärkung von Ortszentren anbelangt. Mit der Umgestaltung würden die besten Voraussetzungen für eine lebendige Ortsmitte geschaffen. Das preist Drautz als nachhaltige Stadtentwicklung. Der Stuttgarter Städteplaner Peter Zoll, mit der Ilsfelder Firma I-motion verantwortlich für die Konzeption, hofft, dass durch den Umbau der Verkehr flüssiger wird, die Feinstaubbelastung fällt. „Sensationell“ ist für ihn, dass von der Mauer bis zum König-Wilhelm-Platz auf der Landesstraße Tempo 30 genehmigt worden ist. Durch die Veränderungen werde ein neues Bild definiert, das die Besonderheit von Ilsfeld ausmache, so Peter Zoll – „mit einem Ort, der oben liegt, und einem, der unten liegt.“

Belastung Ein halbes Jahr Vollsperrung der mit 17 000 bis 21 000 Fahrzeugen täglich stark frequentierten Ortsdurchfahrt: Bürgermeister Knödler verschweigt nicht, dass die inner- und überörtlichen Umleitungsstrecken mit einer deutlichen Zunahme des Verkehrs rechnen müssen. „Das lässt sich nicht vermeiden.“ Nach ein paar Tagen würde sich alles einspielen. Am Montag aber „irren“ noch PKW in der Verbotszone umher. Weil eine solch große Baumaßnahme für Probleme und Fragen sorgt, sind neben der Verwaltung die Gemeinderäte Gerhard Michler und Arthur Mocarski Ansprechpartner für die Bevölkerung.
Quelle: Heilbronner Stimme |
|
|