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  „100 Jahre Wiederaufbau Ilsfeld"
         
   

Gesundes Wachstum als Schlüssel seines Erfolgs

Gesundes Wachstum als Schlüssel seines Erfolgs Christ und Firmenchef: Passt dies zusammen? Über „unternehmerisches Handeln heute in christlicher Verantwortung" sprach Schraubenkönig Reinhold Würth in der Bartholomäuskirche. Dabei enthüllte er auch ein Relief von Ferdinand von Steinbeis.

Mit der Einweihung der evangelischen Bartholomäuskirche vor 100 Jahren war der Wiederaufbau Ilsfeld nach dem Brand von 1904 abgeschlossen. In der Schozachtalgemeinde wuchs auch der württembergische Wirtschaftspolitiker Ferdinand von Steinbeis auf. Hobbyhistoriker Walter Conrad erinnerte mit einem Vortrag an dessen dortige Wurzeln.

Ab vier Jahren wuchs der Sohn von Pfarrer Johann Jakob Steinbeis 1811 im Pfarrhaus auf. Konfirmation, sein besonderes Interesse an den Handwerkern und die Heirat 1833 in Ilsfelds Kirche verbinden den Begründer der Wirtschaftsförderung in Württemberg mit der Kommune. „Wachstum ist Wohlstand. Dafür ist Steinbeis das beste Beispiel", sagte der Künzelsauer Unternehmer.

Reinhold Würth lüftete vor seinem Vortrag das weiße Tuch, enthüllte die Steinplatte und das Relief von Steinbeis, das die Ilsfelder Steinmetze Heinz und Alexander Mann gestaltet haben. „Es wird in Zukunft im Foyer des Ilsfelder Rathauses hängen", erklärte Bürgermeister Thomas Knödler. Aufmerksam lauschten rund 300 Zuhörer den Worten des 71-Jährigen, aber auch den musikalischen Beiträgen von Musikverein, Liederkranz und Hellauf Schozach.

Mit Ilsfeld verbindet Würth viele „schöne Kindheitserinnerungen" im großväterlichen Haus, wie die Traubenlese, das Mähen des Grases. Zunächst beleuchtete der Künzelsauer mit 57-jähriger Berufserfahrung den philosophischen Hintergrund von Christsein und Unternehmertum. Als Beispiel führte er den österreichischen Ökonom Joseph Schumpeter an, der Charaktereigenschaften und die Motivation von Unternehmern nennt: Traum vom Erfolg, Siegerwillen, Kämpfernatur, wirtschaftliches Handeln als Sport. Oder: Die bloße Freude am Tun. „Dieser Definition würde ich mich anschließen", sagte Würth.

Das Ethos einer Wirtschaftsform, die durch bestimmte religiöse Glaubensinhalte entstehen, hat der deutsche Soziologe Max Weber 1905 in seinem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" beschrieben. Weber sei längst nicht so der kämpferische Typ wie Schumpeter, meinte Würth. Nach seiner Einschätzung hat ein Kaufmann für das Fortkommen des Unternehmens und für die Arbeitsplätze zu sorgen.

Seinen Aufstieg vom Zwei-Mann-Betrieb zum Global Player mit 53400 Mitarbeitern in 80 Ländern nennt Würth eine „riesige Glückssträhne". Gesundes Wachstum lautet für ihn der Schlüssel des Erfolgs: „Mein Ansatz ist, den Zustand des Werdens so lange wie möglich zu erhalten". Was ihn antreibt, „ist das prickelnde Gefühl der Neugier". 12 bis 15 Stunden arbeitet Würth täglich. Sonntäglicher Kirchgang gehört zu seinem Lebensrhythmus. Zum guten Betriebsklima hält er Anerkennung für unverzichtbar, auch Dankesbriefe für erfolgreiche Außendienstler. „Die Menschen müssen merken, dass die Geschäftsleitung mit ihnen ist." Bei Schieflage einer Firma sei Abbau von Arbeitsplätzen aber „schlichte Überlebensstrategie".

Ein besonderer Dank gilt hier nochmals Herrn Steinmetzmeister Heinz Mann und Steinmetz- und Bildhauermeister Alexander Mann für die Herstellung des Reliefs aus Bronze.

   
         
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